Vietnam Süden Bilder

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Ho Chi Minh City und der Süden

Ho Chi Minh City und der Süden

Ho Chi Minh City

Skyline Saigon
Verkehr in Saigon

Wir fliegen in die grösste Stadt von Vietnam Ho Chi Minh City oder einfacher für uns Saigon, wo wir mitten im District 1 direkt am Saigon River im Hotel Riverside untergebracht sind. Unser neuer Guide heisst Ken, er ist ein ruhiger kultivierter Typ. Da wir schon früh am Tag hier sind haben wir den Rest dieses Tages und den nächsten Tag zur Verfügung um Saigon zu erkunden. Die Räder drehen anders hier als in Hanoi. Die je nach Quelle 8 bis 14 Millionen Einwohner Mega City ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Es scheinen vergleichsweise noch viel mehr Scooters unterwegs zu sein, aber auch viele modernste und grosse Autos. Es ist ein nie versiegendes Fliessen des Verkehrsstromes, 24 Stunden lang. Man sieht immer wieder die wunderschönen alten Paläste aus der Kolonialzeit und darin teuerste Geschäfte mit Luxusartikeln, wie Schweizer Uhren, Schmuck teure Kleider etc. in Prachtstrassen zwischen den immer mehr werdenden gläsernen Wolkenkratzern. Saigon wurde früher die Perle Südostasiens genannt und wetteiferte mit Hongkong und Singapur. Nach dem Vietnamkrieg und in den ersten 20 Jahren nach der Wiedervereinigung ging dann aber vieles vom früheren Glanz verloren. Seit der Öffnung Vietnams 1990 wird nun aber vieles nachgeholt, was vorher über 20 Jahre unter dem Deckel gehalten wurde. Wir laufen entlang dem City Walk Old Saigon, der uns zu vielen Höhepunkten der alten Innenstadt führt. Beim Eindunkeln landen wir in einem Wolkenkratzer im 23. Stock in der Dachbar, die Sicht rundherum ist atemberaubend, die Bar ist Schicki-Micki und wir bestellen Cocktails um eine Weile zu bleiben. Wir fangen eben an unsere Drinks zu schlürfen, als es zu regnen beginnt. Pech nur zum Teil, denn dann landen wir nach kurzer Suche im Restaurant in einer ehemaligen französischen Opium Raffinerie zum Nachtessen.

Markt in Cholon
Rollentrolli

Am nächsten Morgen besuchen wir im Bitexco Financial Tower, dem mit 68 Stockwerken und 270m, höchsten Wolkenkratzer des Landes, die Aussichtsplattform im 48. Stock, wo wir eine fabelhafte Rundsicht geniessen – Stadt soweit wir im Umkreis sehen können. Später fahren wir mit dem Taxi aus der Innenstadt hinaus in den Stadtteil Cholon, so was ähnliches wie anderorts Chinatown. Hier sieht die Welt wieder ganz anders aus – wieder die kleinräumigen Geschäfte und Gewerbebetriebe am Strassenrand, z.B. ein Riesentrolli alles mit neuen Rollen aller Art, dann wieder die Küchen und Essen auf dem Trottoir und auf den Strassen und noch viel mehr Hondas, wie hier alle Scooters genannt werden. Wir kämpfen uns durch bis zum Bin Tay Market, der für sich selber ein Erlebnis ist. Es handelt sich um einen Grosshändler Markt, wo die kleineren Geschäfte einkaufen kommen und die Güter  gleich säcke- oder  körbeweise zum Verkauf aufliegen und irgendwo weit hinten versteckt sind die VerkäuferInnen. An einer Kreuzung ausserhalb des Marktes bieten gleich drei Kleinhändler Insekten und Seidenraupen zum Verzehr an. Wir müssen schmunzeln, da eben erst in der Schweiz der Verkauf von Mehlwürmern etc. als Speisen zugelassen wurde, scheint das hier schon lange Alltag zu sein. Wir fahren mit dem Taxi zurück in die Innenstadt, als es anfängt zu regnen – zu schütten – wir lassen uns bei der Kathedrale Notre Dame absetzen und suchen Schutz im Gebäude der alten Post, das wie die Kathedrale auch aus der Kolonialzeit stammt.

Staatspropaganda
Onkel Ho

Man kann ja nicht so lange in Vietnam unterwegs sein, ohne sich um die bewegte Geschichte dieses Landes zu kümmern und auf der langen Fahrt ins Mekong Delta am nächsten Morgen reden wir mit Ken über die neuere Geschichte von Vietnam.  Das Gespräch ist bereichernd, die Leute sind zugänglich und sehr wohl kritisch trotz der sichtbaren und omnipräsenten staatlichen Propaganda. Ken gibt uns offen Auskunft über die Zeit nach dem  Vietnamkrieg, als die Nordvietnamesen das früher blühende Südvietnam umzuerziehen begannen, es wird immer wieder auch von Brainwashing gesprochen. Nichts war damals Privateigentum und alle wurden gleichgeschaltet und Vietnam tauchte wirtschaftlich ab und wurde zum ärmsten Land auf dem Planeten. Vergnügen und Kultur waren staatlich geregelt, so gab es z.B. nur Filme aus sozialistischen Bruderstaaten des ehemaligen Ostblocks zu sehen. Millionen von Vietnamesen flüchteten meist über das Meer. Fernsehen und Radio dienten der Staatspropaganda. Es gab keine Reisen und auf den Strassen, wo heute die Hondas die Szene bestimmen, waren es damals die Velos. Kritik am Staat war verboten, wobei zu sagen ist, dass es offene Kritik auch heute noch nicht wirklich gibt. Dieses ganze System flog auf mit dem Zusammenbruch der  ehemaligen Soviet Union und dem Wegfall der Unterstützung von dort. Scheinbar gab es gleichzeitig zum ersten mal einen Südvietnamesen als Staatsoberhaupt, der das Land langsam öffnete. Auf das Verhältnis zwischen Nord- und Südvietnam angesprochen sagen die meisten, es gebe keine offenen Spannungen, aber die Südvietnamesen fügen gleich an, dass hohe Regierungsämter für sie nur sehr schwer oder gar nicht erreichbar seien, weil diese für Nordvietnamesen reserviert seien. Dafür hat sich Südvietnam mit dem Zentrum Ho Chi Minh City zum Wirtschaftsmotor entwickelt. Eine junge Frau sagte uns ziemlich heftig, warum es denn diesen unseligen Krieg mit 5 Millionen Toten brauchte nur wenn man letztlich doch eine Marktwirtschaft habe.

Mekong Delta
Musik in Vietnam

In Cai Be steigen wir in ein Boot um  und werden durch Flüsse und Nebenflüsse und Nebenflüsse von Nebenflüssen getuckert, an den Ufern die Blechhüttensiedlungen oft auf Pfählen, aber auch immer wieder ganz neue superschöne Häuser. Auf einer Insel gibt es für uns eine Privatvorführung von Musik und Gesang. Die Musik kommt von einem Einsaiteninstrument, wo die Saite mit einer Hand gezupft wird und mit der anderen Hand mit mehr oder weniger Spannung die Tonhöhe bestimmt wird. Die Musik klingt für unsere Ohren fremd. Aber die anschliessende Velotour durch die Insel zeigt uns ein ganz anderes Plus dieser Gegend: Fast auf jedem Baum wächst eine andere essbare Frucht, wobei die Duriant und die Jackfruit durchaus 10 und mehr Kilos schwer werden können. Ken betont mehrmals hier wachse alles und alles werde verwertet und im Mekong Delta habe man immer das ganze Jahr über genügend zu essen. Auch wir erhalten ein mehrgängiges Mittagessen mitten im Dschungel. Es gibt unter anderem frittierten Elefantenohren-Fisch, der so genannt wird wegen seiner übergrossen vorderen Flossen, die wirklich wie Elefantenohren aussehen. Nach einer kurzen Fahrt quer durch eine Insel im Ruderboot steigen wir wieder ins Auto und werden nach Can Tho ins Hotel Victoria Can Tho Resort gebracht, einem majestätischen Bau aus der Kolonialzeit. Can Tho ist die wichtigste Stadt hier mit etwa 2 Mio Einwohnern. Im Hotel wird uns zum ersten mal in Vietnam geraten die Fenster nicht zu öffnen wegen der Mücken. Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Boot zum schwimmenden Markt von Chi Rang, der eigentlich wieder ein Markt von Grossanbietern ist, die ihre Ware an Händler verkaufen, welche diese wiederum an Endkunden verkaufen – also Marktwirtschaft im buchstäblichen Sinne.

Schwimmender Markt
Mekong Delta

Was auf den Booten verkauft wird sieht man an hohen Stangen baumeln: Ananas oder Kürbisse oder Kabisköpfe oder usw. Die Händler hüpfen leichtfüssig von einem Boot zum andern, überhaupt herrscht ein geschäftiges Treiben, trotzdem haben wir nie jemanden ins Wasser fallen sehen. Nach der Rückkehr ins Hotel packen wir unsere Sachen und dislozieren nach Chau Doc, wo wir ebenfalls in einem Hotel Victoria am Fluss wohnen. Gleich nach der Ankunft werden wir mit dem Boot abgeholt um die naheliegenden schwimmenden Fischzuchten zu besuchen. Was wir hier zu sehen bekommen braucht für Westeuropäer ziemlich stake Nerven: Auf einer Fläche von ca 12 x 12 Metern werden direkt unter dem schwimmenden Wohnhaus, also in völliger Dunkelheit mit Netzen abgetrennt über 100’000 Fische auf Schlachtgewicht von einem Kilo hochgezogen. Gefüttert wird mit einer altertümlichen vermicellähnlichen Presse mit knatterndem Dieselmotor, welche eine übelriechende klebrige Masse aus Fischresten ergänzt mit Reisschalen über zwei Förderbänder in dunkle Löcher befördert, wo es nur so brodelt von den schnappenden Fischleibern. Der Appetit nach Pangasius-Filets vergeht uns angesichts dieser Fischzuchten, die sich hier zu Dutzenden aufreihen. Wir fahren noch in ein Dorf, das von Leuten des Cham-Volks besiedelt wird, Nachkommen der Cham, die einst ganz Südvietnam besiedelten und bis vor 600 Jahren Hindus waren bevor sie zum Islam konvertierten. So sehen wir den hier nun Frauen mit einem Kopftuch unter dem traditionellen konischen Vietnamesenhut auch hat es hier eine Moschee. Viele Wohnhäuser hier sind auf Pfählen gebaut, um die immer wiederkehrenden Fluten zu überstehen, sehr steile Treppen führen jeweils zum Wohnbereich.

Am nächsten Tag fahren wir nach Saigon zurück, wo wir noch eine Nacht bleiben, bevor wir nach genau vier Wochen in Vietnam wieder zurück nach Europa fliegen. Es war eine äusserst interessante Reise und Vietnam als Reiseland können wir nur empfehlen. Für weitere Bilder hier klicken.

Zentral Vietnam Bilder

Hut und Umgebung

 

Hoi An

 

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Zentralvietnam

Zentralvietnam

Hué

Wir fliegen früh am nächsten morgen von Hanoi nach Hué und werden nach der Ankunft zum Hotel Pilgrimage Village gebracht. Ein Dorf ist dieses Hotel buchstäblich, alles einzelne grössere und kleinere separate Unterkünfte und Bungalows unter Palmen. Wir erhalten den Honeymoon Bungalow und als besonderes dazu noch einen Honeymoon Cocktail und eine Honeymoon Massage für beide – nicht schlecht nach 45 Ehejahren. Den Rest des Tages und Abends haben wir ganz für uns, wir geniessen die Massage und essen später hier.

Zitadelle Hué

Hué war für 140 Jahre die Hauptstadt von Vietnam zu Zeiten der Nguyen Könige und als Frankreich hier Kolonialmacht wurde. In der Stadt mit etwa 350’000 Einwohnern ist vom ehemaligen schönen Stadtbild vieles im Kampf mit Frankreich aber besonders später im amerikanischen Krieg zerstört worden. Im letzteren lag die Stadt, so nahe der Grenze zu Nordvietnam, mitten in der Kampfzone. Hué, am Perfume river gelegen, ist aber in jedem Fall noch sehenswert. Seine Lage und die Geschehnisse des Vietnamkriegs bestimmen das Thema des ersten Ausfluges mit unserem hiesigen Guide Than. Wir fahren im Auto nach Norden, wir  erzählen Than die Story von gestern vom Honeymoon Bungalow, Honeymoon etc, Das findet er unglaublich lustig und spricht uns die nächsten Tage immer wieder als Mrs Susan und Mr Peter drauf an. Auf der langen Fahrt redet er auch viel über die jüngere Geschichte von Vietnam. Die Hauptverbindung durch ganz Vietnam ist die 1600km lange NH1, darauf fahren wir zuerst zum Mine Action Visitor Center, ein einfaches Museum, das in Vietnamesisch und Englisch einen exzellenten Überblick mit Photos über die Umstände von damals gibt. Z.B. wie Leute mit blossen Bambusstangen versuchten Minen zu entschärfen oder die Folgen von Agent Orange, dem Mittel das gesprüht wurde um die Bäume zu entlauben neben vielen weiteren drastischen Kriegsdetails.

Sein oder Nichtsein

Das Gelände dieses Museums lag in der im Krieg am heftigsten bombardierten Zone in Südvietnam und irgendwann wurde es während 80 Tagen pausenlos bombardiert. Das ganze Land ist hier gerade noch etwa 50km schmal bis zur Grenze von Laos. Es gibt viele dieser Gedenkstätten um den Vietnamkrieg und sie wurden natürlich alle vom neuen Regime erstellt. So wird eben nur die eine Seite gezeigt, aber es wird viel vom unglaublichen Irrsinn des zuletzt Südvietnam und für die USA verlorenen Krieges spürbar. Es ist für uns beklemmend, das alles vor Ort zu sehen, was wir als gut 20jährige von sehr weit weg mitbekommen haben. Wir haben auch dagegen protestiert, ohne eine grosse Ahnung gehabt zu haben, was hier wirklich geschah. Es ist (zufällig) an diesem Tage der Geburtstag von Ho Chi Minh und wir sehen auch in diesem Museum eine ganze Reihe hochdekorierter (nord)vietnamesische Kriegsveteranen in ihren Galauniformen – inzwischen sehr alt – mit Verdienstmedaillen an den Uniformen – freundlich und (heute) lächelnd. Nach diesem Besuch fahren wir weiter nach Norden zur DMZ (demilitarisierte Zone), tatsächlich war dieser 5km breite Streifen wohl die am meisten militarisierte Gegend in der Geschichte. Im Norden, wie im Süden des Grenzflusses Ben Hoi River kann man immer noch die Lautsprecheranlagen sehen, mit welchen die jeweils andere Seite mit Propaganda eingedeckt wurde. Nochmals etwa 5km weiter nördlich sind die Vinh Moc Tunnels, die verbleibenden Reste eines gigantischen Untergrundsystems von Tunneln in mehreren Stockwerken mit Sälen, Spital, Waffenlager und Lebensräumen, das die Nordvietnamesen mit einfachen Werkzeugen in die lehmige harte Erde gruben. Es diente als Rückzugsort, als Waffenlager, als Versammlungsort etc. Wir stapfen eine halbe Stunde durch die dumpfen Gänge, ohne wirklich etwas zu sehen und sind froh wieder aufrecht gehen zu können.

In der Zitadelle

Wir fahren übers Land zurück vorbei an Pfefferstrauchplantagen, an Reisfeldern bis nach Hué, wo wir am Nachmittag die berühmte Zitadelle besuchen. Wie bereits erwähnt wurde in Hué vieles zerstört, speziell auch in der Zitadelle, dem Sitz der Kaiser von Vietnam, trotzdem lässt sich hier der Pomp dieses Geschlechts immer noch erahnen. Die Zitadelle ist von 10km (!) langen 2m dicken ca 6m hohen Mauern und einem Graben umgeben und beherbergt als Kernstück die königliche Residenz – als  Zitadelle in der Zitadelle. Diese noch einmal umgeben von 2,5km Mauern. Das Herzstück die verbotene purpurne Stadt existiert nicht mehr. Than klärt uns eifrig auf über das Leben dieser Herrscher und dabei wird uns  fast schwindlig von den Zahlen der Frauen, Kinder, Konkubinen und Eunuchen, welche diese 12 Kaiser gehabt haben sollen – dreistellige Zahlen. Trotz der Zerstörungen sind immer noch ausreichend Prachtbauten übrig um hier einen ganzen Nachmittag staunen zu können. Am Abend gehen wir in die Stadt essen und bummeln dann dem Perfume River entlang, der so gar nicht nach Parfüm riecht oder aussieht.

Im Mausoleum

Die Uferpromenade ist in einen riesigen Markt verwandelt mit Schaustellern, Künstlern und Ständen aller Art. Es hat enorm viele Leute, alle sind aufgestellt und fröhlich – ein Riesengedränge. Am nächsten Morgen besuchen wir das Mausoleum des zweitletzten Königs im Süden der Stadt. Von diesem wird gesagt, dass er eine Marionette der Franzosen war und sein Land endgültig endgültig den Franzosen überliess und während er selber in Pomp lebte, beuteten die Kolonialherren seine Untertanen aus. Der Sohn dieses Herrschers, der letzte König starb, nachdem er 1945 abgedankt hatte, 1997 in Frankreich. Auch das Mausoleum ist eine Prachtsanlage. Bitter ist nur,  dass um es bauen zu können, die Steuern um 15% erhöht werden mussten – und es weitere 10 Kaiser mit ähnlichen Bauten gab.

Photo für die Hochzeit

Es sieht nach Regen aus, als wir anschliessend auf eine etwa 2-stündige Velotour durch Hué aufbrechen. Erst durch den zünftigen Stadtverkehr, als Thanh, der am wenigsten geübte Fahrer vorausfährt und prompt einen Sturz produziert , Gott sei Dank  ohne Folgen.  Wir kommen an der Universität vorbei in der Ho Chi Minh studiert hat und  es fängt tatsächlich an zu regnen. Gottseidank kommen wir in ruhigere Viertel und aus der Stadt heraus zu einer Pagode, die wir besichtigen. Mit einem Boot auf dem Fluss kommen wir zurück in die Stadt. Nach einem ausgiebigen Mittagessen fahren wir am Nachmittag auf der NH1 nach Süden über den Wolkenpass (460müM). Auf dem Pass selber ist es neblig, auf einem alten Armeebunker der Amis steht in luftiger Höhe ein Hochzeitspaar zum Photographieren, der Photograph selber steht ca 10m weit weg auf einem anderen Haus und schreit Anweisungen an seinen Helfer, der beim Brautpaar ist und sich jeweils für die Aufnahmen hinter dem grossen Kleid der Braut verstecken muss. Dabei ist nicht etwa heute der Hochzeitstag – solche Photos an ungewöhnlichen Orten werden vorher gemacht und später am tatsächlichen Fest in Grossaufnahme am Eingang aufgestellt. Über Danang, der drittgrössten Stadt gelangen wir nach ca 200km nach Hoi An, dem Juwel Zentralvietnams.

Hoi An

Hoi An nachts

Wir logieren hier im Anantara Hotel, einem prächtigen Kolonialbau mit bestem Luxus. Bereits kurz nach dem Buchen wurde uns von diesem Hotel mitgeteilt, dass, weil der Pool gerade in Reparatur sei, wir eine Massage und ein Nachtessen zugute hätten und, falls wir einen Pool benutzen möchten, gratis zu einem befreundeten Hotel transportiert würden. Das zeigt die unglaubliche Aufmerksamkeit und Gastfreundschaft auf, die wir hier geniessen. Hoi An ist eine alte Stadt, in der über 600 Gebäude Weltkulturerbe der UNESCO sind. Es ist auch ziemlich touristisch, die meisten davon sind Asiaten. Wir sind für die nächsten Tage erneut in einem zügigen Programm organisiert.

Bei Nguyen Phuc Tan
Bei Nguyen Phuc Tan

Als erstes fahren wir auf die Farm von Nguyen Phuc Than, einem cleveren Businessman, wo wir alles über den Reis lernen, vom bereiten der Felder mit dem Wasserbüffel übers säen, ernten und aufbereiten. Phuc Than hat nach eigenen Angaben eine bestbezahlte Stelle im Tourismus aufgegeben, um hier sein eigener Herr und Meister zu sein. Er hat eine Pension gebaut und bietet Unterkünfte an, geht mit den Leuten Fischen usw.: www.hoianagritravel.com.vn.  Am Nachmittag zeigt uns Than die wichtigen Bauten der Stadt vor wir noch eine Laterne basteln. Am nächsten Tag sind wir den ganzen Tag in einem Kochkurs, siehe dazu „die Küche Vietnams“. In Hoi An gibt es auch etwa 500 Schneiderateliers, die (für die Touristen) Kleider nach Mass herstellen.

Nach soviel Aktivitäten die letzten zwei Wochen machen wir im wunderschönen stadtnahen Resort „Four Seasons“ eine Woche Faulenzerferien am Strand und am Pool. Wir sind bestens aufgehoben hier, ganze Heerscharen von Bediensteten sorgen dafür, dass es uns an gar nichts fehlt. Ab und zu gehen wir in die Stadt, z.B. um uns beim Schneider ein Seidenkleid, eine Bluse und für mich eine Winterjacke machen zu lassen. Wir lassen die Seele baumeln und geniessen das Leben, bis es am Sonntag früh so weit ist und wir zum letzten Hub Saigon, oder jetzt offiziell Ho Chi Minh City aufbrechen.

Die Küche in Vietnam

Pho
Fleischstand am Markt
Fleischstand am Markt

In unserem Reiseführer sind Vietnams Top 20 Highlights aufgeführt. An erster Stelle steht hier das vietnamesische Essen. Der Kochkurs den wir in Hoi An gebucht haben beginnt schon morgens um acht Uhr. Von unserer heutigen Kursleiterin werden wir mit einem kühlen Ingwer Tee begrüsst und mit einem dritten Kursteilnehmer aus Deutschland bekanntgemacht. Zuerst fahren wir hinaus aufs Land zu einem biologisch geführten Kräutergarten welcher mit Seegras und Kompost gedüngt wird. Frische Kräuter wie „Sawtooth“ Koriander, Dill, verschiedene Minzen, asiatischer Basilikum etc. gehören zu jedem Gericht. Hier wächst auch der Wasser Spinat welcher mit Knoblauch gekocht wird, ein häufiges Gericht welches auf englisch „morning glory“ heisst. Als nächstes besuchen wir einen Markt wo unsere Kursleiterin gezielt ihre bekannten Händlerinnen ansteuert und dann alle Zutaten für unser Essen kauft. Die Ware wird meistens in Körben am Boden präsentiert und die Leute sitzen mittendrin. Wir kochen anschliessend in einer sehr inspirierenden Anlage unter Palmen ein Viergang Menü welches so ziemlich das Angebot der vietnamesischen Küche widerspiegelt.

Unsere Kochlehrerin

Zutaten wie Ingwer, Zitronengras, Chilis, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und alle erdenklichen Gewürze sind unabdingbar. Der Mörser kommt zum Einsatz, es wird gegrillt, geschmort und frittiert. Die vietnamesische Küche wird getragen vom Geschmack des Gerichts wo das Süsse, Salzige und Saure die Balance halten soll. Das A und O der Küche ist aber die Frische der Produkte welche täglich auf dem Markt gekauft werden. Beim Tier wird immer noch alles verwertet und angeboten. Beim Betrachten der Schweinsköpfe oder aller Arten von Tieren vergeht uns dann fast der Appetit. Supermärkte gibt es kaum und so auch kaum Fertigprodukte, es wird alles von Grund auf selbst hergestellt. So wird die allgegenwärtige „pho“, eine Rinds Nudelsuppe selbst herstellt indem man Rindsknochen mit Gewürzen, Gemüse und Kräutern stundenlang kocht. Diese Bouillon wird dann mit frischen Kräutern, Sprossen, Nudeln und Fleisch serviert. Zum Einsatz kommen auch alle erdenklichen exotischen Früchte welche auch als Salat z.B. zusammen mit fein geschnittenen Bananenblüten serviert werden.  Zusammen mit Thailand ist Vietnam der grösste Reisexporteur der Welt. Da ist es selbstverständlich, dass zu jedem Essen eine gute Portion Reis oder Reisnudeln serviert wird.

 

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Vietnam Norden

Vietnam Norden

Der Norden

Es regnet an diesem Montag, als wir mit Vietnam Airlines Shanghai in Richtung Hanoi verlassen. Dort am Flughafen erwartet uns am Ausgang unser Guide Thomas Nguyen und sein Fahrer, die uns in die Stadt bringen. Hanoi ist für den Norden Vietnams unsere Basis, mit Ausflügen noch weiter in den Norden an die Grenze zu China nach Sapa und später in die berühmte Halong Bucht.

Hanoi

Unser Hotel de l’Opera liegt mitten im Zentrum der pulsierenden Hauptstadt von Vietnam die wir in etwas mehr als  zwei Tagen (ein bisschen) kennen lernen wollen, wie schon anderswo tun wir das zu Fuss. In Hanoi, mit 9 Millionen Einwohnern und einer Riesenfläche, müssen wir uns deswegen auf wenige Highlights konzentrieren. Wir merken schnell, dass wir uns hier an einige Spezialitäten auf der Strasse gewöhnen müssen:

  • Strassenszene

    An den emsigen Verkehr, der  für uns erst mal so aussieht, als würden alle einfach drauflos fahren – zahlenmässig etwa 80% Mopeds und Rollers, der Rest Autos mit Ausnahme von wenigen Fahrrardrickschas, die im Zentrum der Stadt Touristen herumfahren. Wie gesagt herrscht zuerst der Eindruck eines Riesenchaos, in dem alle machen, was sie wollen. Nach einiger Zeit merkt man, dass sich aber alle sehr flexibel verhalten, ausweichen und den anderen Platz lassen. Hupen gehört dazu, vor allem, wenn man von hinten kommt bedeutet es wahrscheinlich keine Seitenschlenker zu machen.

 

  • Strasse überqueren

    Als Fussgänger an das Überqueren der Strassen bei diesem Verkehr. Zwar gibt es einige Fussgängerstreifen, die eine Ampel haben, Grün heisst hier aber nicht etwa, freies gehen, denn immer noch drängeln sich einige Mopeds und Autos über ihre rote Ampel. Meistens überquert man jedoch die Strasse mitten durch den zirkulierenden Verkehr und wie wir gelernt haben – nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam; ohne zu zögern oder gar anzuhalten und in keinem Falle in aufkommender Panik rennen – der Verkehr fahre immer um einen rum (?).

Wir erkunden vorsichtig die nahe gelegene Altstadt. Im Hohn Kiel Lake wollen wir über eine malerische Brücke auf eine Insel mit Tempel gelangen, für den Zugang müssen wir Eintritt zahlen, 20’000 Dong pro Person – also ich reiche eine Note zum zahlen. Dann bekomme ich die Tickets und zunächst einen 10’000 Dongschein, ich packe alles ein und will schon weiter, als mich die freundliche Vietnamesin zurückruft und mir eine ganze Handvoll weiterer Noten übergibt. Was ist? – ich habe mit einer Note von einer halben Million gezahlt! (umgerechnet ganze 25 CHF). Die vielen Nullen auf den Noten können zünftig verwirren.

Strassenverkäuferin

Wir wagen uns weiter in den Rummel der engen Strasse der Altstadt mit einer Unzahl an Zweirädern, hupenden Autos, Strassenhändlern, die ihre Waren auf Fahrrädern, auf Mopeds oder ganz einfach am Boden ausbreiten, meist sind das Früchte, Gemüse oder auch Blumen. Viele Frauen (Männer nie) mit dem typischen dreieckigen Vietnamesenhut tragen das bekannte Joch mit zwei Schalen. Darauf wird auch schweres transportiert bis Wasserflaschen von je 20 Litern oder auch Abfallkarton.Auch auf den Mopeds wird alles transportiert: Berge von Kisten, Gitter mit Schweinen oder Hühnern oder ganz eifach die 5köpfige Familie.

Verkaufsgeschäft

Die engen Trottoirs sind überstellt mit Mopeds und überall essen Leute zu jeder Tageszeit. Dann die Verkaufsgeschäfte, wo so ziemlich alles verkauft wird: Lebensmittel auch Fleisch präsentiert an der prallen Sonne, Kleider, Schmuck, Zweiräder, Elektronikartikel, Souvenirs etc. Später, mehr im Norden kommen wir zu Strassen, wo sich Läden aneinander reihen, die alle die gleichen Artikel herstellen und verkaufen z.B. Küchenabzugshauben oder Vogelkäfige.

Wir lösen Tickets für eine Wasserpuppen-Show, die am Abend stattfindet – ein Superspektakel. Wir gehen noch ins Vietnamese Women Museum, im Parterre ist eine Photosequenz zu sehen vom berühmten und vielfach ausgezeichneten Bild aus dem Vietnamkrieg, wo ein kleines Mädchen mit schweren Verbrennungen ohne Kleider auf der Strasse davonrennt – über das auch Bücher geschrieben wurden (The girl in the picture). Später wurde sie als Frau von Queen Elisabeth empfangen und heute hält sie Vorträge in der ganzen Welt. Thomas verschafft uns noch Tickets für eine äusserst beeindruckende Artisten-Show, die in der Opera stattfindet.

Sapa Lao Cai
Zug nach Lao Cai

Am Abend des zweiten Tages werden wir von Thomas im de l’Opéra abgeholt, um später um 10 Uhr abends die etwa 400km im schönen alten Nachtzug nach Lao Cai ganz im Norden zu fahren. Auch für diese Fahrt werden wir fürstlich empfangen, wir erhalten einen Apéro im 8. Stock eines Hochhauses, wo wir einige Mitreisende treffen. Später im Zug sorgen hübsche Vietnamesinnen dafür, dass wir ja alles haben und Kofferträger schleppen das Gepäck bis ins Abteil. Unsere Sorge, dass die Klimaanlage vielleicht sehr weit herunterkühlen würde, war unbegründet, wie übrigens bis jetzt in ganz Vietnam. Unser Guide Thomas reist im gleichen Zug weiter vorne mit, wahrscheinlich nicht ganz so komfortabel wie wir im Schlafabteil. Bereits um 05.45 werden wir geweckt für die Ankunft um 6 Uhr in Lao Cai, direkt an der Grenze zu China. Von hier aus bringt uns ein Fahrer in einer guten Stunde auf einer kurvigen Bergstrasse nach Sapa.

Reisterrassen

Über Sapa haben wir gelesen, es sei das touristische Zentrum von Nordwest Vietnam. Diesen Eindruck bekommen wir auch angesichts der der vielen riesigen Hotelanlagen, die hier im Bau sind. Wir logieren Im Victoria Spa, einer schönen Hotel-Anlage im Grünen. Obwohl früh am Morgen können wir die Zimmer beziehen und bekommen ein Frühstück und nehmen eine Dusche, denn bereits um 10 Uhr gehts auf die erste Wanderung in Cat Cat, einem kleinen (echt touristischen) Dorf in dem die schwarzen Hmong, eine der 39 Volksgruppen Vietnams, lebt. Viele der Frauen hier sind schwarz gekleidet und tragen ein buntes Tuch auf dem Kopf und einen Korb am Rücken, früher wohl zum Lasten tragen, heute meist mit Souvenirs bepackt für den direkten Verkauf. Auf dem Weg durch das Dorf, am steilen Berghang erzählt uns Thomas recht kritisch, dass besonders hier in Sapa, wie auch in vielen Teilen Vietnams, dem Tourismus viele traditionelle Bräuche und Handwerke geopfert werden. So wird in Cat Cat in vielen (nachgebaut) alten Häusern meist billige Massensouvenirs aus China verkauft. Wahrscheinlich merkt Thomas, dass wir mit sowas wenig am Hut haben, so führt er uns ziemlich abseits zu einem schwarzen alten Holz-Haus, ruft draussen und klopft an die Tür bis eine uralte Frau mit nur noch wenigen Zähnen öffnet und wir eintreten dürfen.

Frau der Schwarzen Hmong

Die hohen Räume überraschen uns angesichts der doch klein gewachsenen Einheimischen. Die Frauen der Hmong weben und färben Tücher mit dem blauem Farbstoff der Indigo-Pflanze. Heute werden diese als Souvenir verkauft, oft mit vielen anderen Farben im Tuch und wohl eher in einer Fabrik hergestellt. Das Tuch, das uns die Alte präsentiert gefällt uns sehr gut und wir kaufen es ihr ab, sie hat dafür etwa drei Wochen gearbeitet. Nach diesem Besuch steigen wir über steile Bergflanken ab bis zum Fluss am Talgrund zu einem Wasserfall – auch hier viele neue Touristenbauten in der Landschaft, so z.B. drei Wasserräder, ohne Zweck sondern einfach zum photographieren. Nach einer weiteren Stunde holt uns wieder der Fahrer ab und bringt uns zurück ins Hotel, von wo wir am späteren Nachmittag ein Museum über die Bergvölker besuchen, viele der Exponate haben untypisch viel Staub angesetzt. Am Abend suchen wir ein Restaurant, das wir letztlich nur dank Landkarten-App mit GPS finden.

Er trägt einen Vogel
Unser Führer Thomas mit Susy

Am nächsten Tag ist der Himmel dunkel und wir gehen auf ein Trekking, Thomas erscheint mit Stiefeln und Regenjacke. Wo uns der Fahrer absetzt erwarten us eine ganze Anzahl schwarz gekleidete Frauen mit den typischen Tragkörben und bestürmen uns etwas zu kaufen: Cheaper for you oder one Dollar – eine von Ihnen begleitet uns mindestens eine Stunde den steilen Berghang hinunter an den Füssen hat sie nur Flipflops, bewegt sich damit aber wieselflink und immer wenn ich einige Meter weg gehe um zu photographieren, folgt sie mir und bestürmt mich zu kaufen. Weiter unten kommen wir zu einem Fluss, von dem ein Kanal weggeleitet wird und im nächsten Dorf hat es ein Wasserkraftwerk mit einer happigen Druckleitung von ca 1m Durchmesser. Wir gehen hier in ein Restaurant und jetzt fängt es draussen wirklich an zu regnen. Wir sind hier in der Gegend mit den berühmten schmalen Reisterrassen hoch hinauf in alle steilen Berghänge, für die Sapa so berühmt ist. Oft sind diese nur 2 – 3m breit und die einzelnen abgetrennten Becken so klein, dass für die Bewirtschaftung keine Maschinen eingesetzt werden. Hier geschieht das alles noch mit dem Wasserbüffel: Pflügen und eggen, um das Becken  für die nächste Pflanzung vorzubereiten. Hier in den Bergen wird nur eine Reisernte pro Jahr eingefahren im Gegensatz zu drei im Mekongdelta, wo wir später hinkommen.

Dorf im Norden

Auch sind die meisten Felder noch brach und nur wenige leuchten im photogenen Grün. Wir sind eingehüllt mit Regenjacke und Kapuze, jedoch viele der Mopedfahrer tragen keine Regenkleidung. Nach Sapa zurückgekehrt gehen wir auf ein Bier, nebenan schlitzt ein Marroniverkäufer Unmengen von Marronis und schaut gleichzeitig einen Film  im Smartphone, er hat schon einige Pflaster am Finger. Am Abend wird eine Strasse für den Autoverkehr abgesperrt und so bummeln wir in einer riesigen Masse durch ein Gewirr von Restaurants, Schmuckläden, Souvenirshops,  Spas, die Fuss- und Körpermassagen anbieten.

Am nächsten Tag ist unser Rückreisetag, aber zuerst fahren nach Lao Cai zurück und dann aufwändig mehr als 2 Stunden in die Berge zu einem Dorf zu einem Markt.

Marktverkäuferin

Der Aufwand lohnt sich, es ist ein urtümlicher Markt, zu dem die Bergbewohner einmal die Woche ihre Sachen bringen, es gibt vieles, so auch Tiere, Werkzeuge neben Kleidern oder barbieähnlichen rosaroten Puppen.Im Essenteil sitzen viele Einheimische Frauen und Männer und trinken laut Thomas gewaltig viel Bier. Das Essen hier möchten wir hingegen lieber nicht kosten. Nach der Rückkehr nach Lao Cai fahren wir zurück nach Hanoi, diesmal mit einem Kleinbus. Wir residieren wieder im de l’Opéra von wo wir am nächsten Tag abgeholt werden.

Halong Bucht
Inseln in der Halong Bucht

Es steht die berühmte Halong Bucht im Programm, ein Weltkulturerbe der UNESCO. Bereits als wir uns Halong nähern sehen wir am Horizont die typischen steilen Karstberge, Wir kommen in einen Hafen mit hunderten von größeren und kleineren Dschunken, aber auch modernen Ausflugschiffen. Es werden busweise Touristen abgeladen. Thien, ein etwa dreissigjähriger Vietnamese nimmt uns in Empfang, er ist unser Guide für die nächsten drei Tage. Wir verbringen 2 Nächte auf der Dschunke Bahya 8, Susy, ich und die Russin Olga sind mit einer Crew von sieben (!) Leuten unterwegs. In der Halong Bucht gibt es etwa dreitausend Inseln. Es gibt Tagesausflüge oder aber eine oder zwei Nächte auf dem Schiff schlafen. Die letzte Variante ist in jedem Fall anzuraten. Etwa am Mittag stechen wir in See und schon kurz nachher bin ich ständig auf dem Oberdeck am photographieren, es ist ein schöner Tag und an der Sonne ziemlich heiss, also nicht die besten Lichtverhältnisse für Bilder, aber ich denke wahrscheinlich wie viele andere etwas zu verpassen. Aber so ist es nicht – man fährt irgendwo zwischen einer Inselgruppe durch da sind vorne, links und rechts die Nächsten und die Übernächsten – einzelne oder in Gruppen von 2, 3 oder mehr Inseln, alle senkrecht aus dem Wasser steigend und meist bewaldet – absolut spektakulär.

Ti Top Island

Um die Insel Ti Top Island scharen sich viele Boote, es ist die Insel, die man besteigen kann und auf der sogar ein kleiner Badestrand ist, die Besteigung ist nicht gewaltig und der Strand ziemlich dreckig, so dass wir froh sind wieder auf Deck zu sein in unserer Kajüte mit Badewanne und Dusche und WiFi und Balkon. Wir fahren jetzt zum ersten Ankerplatz und geniessen die Happyhour mit zwei Drinks für einen, serviert durch Louis auf vietnamesisch Lu, wie er uns in gewöhnungsbedürftigem Englisch sagt.

Es gibt auf dem Schiff eine grosse Auswahl an Weinen Schnäpsen und man hört im Bett das Plätschern der Wellen, so schlafen wir himmlisch.Am nächsten Morgen um 7.30 Uhr ist Tai Chi auf dem Oberdeck und es ist Lu, der sich extra dafür eingekleidet hat und ein sehr guter Tai Chi-Meister ist. Später nach dem Frühstück dann ein heftiger Regen, der nur noch nahe Inseln schemenhaft erscheinen lässt und alles weitere in einem grauen Dunst verschluckt. Der Spuk dauert nicht lange und kurze Zeit später klart es auf.

SchiffsverkäuferInnen

Da rudert schon eine Vietnamesin heran mit einem kleinen Boot 3m lang voll bepackt mit einem ganzen Warenlager, das sie den Schiffstouristen verkaufen will, kurz darauf gesellt sich zu ihr eine zweite, die dazu noch ein etwa dreijähriges Mädchen an Bord hat. Ich frage mich echt, wo die während dem zünftigen Regen waren.

Wir tuckern los und Thien bereitet uns auf die Spektakel der heutigen Tages vor, den Besuch einer Tropfsteinhöhle mit 700 Stufen zu gehen und am späteren Nachmittag ein Fischerdorf. Die Höhle ist zwar spektakulär, aber wie an den meisten Orten auf der Welt mit kitschfarbig angeleuchteten Stalaktiten, aber vor allem sind mit uns hunderte weitere Touristen hier, so das wir ganz froh sind, wieder zurück auf dem Boot zu sein zum Mittagessen. Das Wetter wird immer schöner als wir zum nächsten Spektakel kommen – ein Felsbogen auf dem wir auf einem kleinen Boot unten durch gerudert werden und in eine rundes Bassin gelangen, das rundum von Bergen umgeben ist. Später das Fischerdorf ist total eindrücklich. Zum Teil leben die Bewohner in primitiven Bretterverschlägen auf zusammengebundenen Reihen von Plastikfässern z. Teil abgetrennt mit Netzen wo noch Fischzuchten drin sind, viele leben aber ganz einfach direkt auf einem Boot von vielleicht 8m Länge.

Thien schildert uns anschaulich das ein Dorf die etwa 8 Taifune pro Jahr übersteht – indem sie den gesamten Hausrat packen und mit den Booten in geschützte Buchten fliehen und dort warten bis der Sturm vorüber ist. Wir ankern am Abend am gleichen Ort, wie gestern, geniessen ein weiteres gutes Nachtessen und diskutieren dann stundenlang mit Thien, der mit seinem Schicksal gar nicht zufrieden ist – eigentlich kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er mit seinen umgerechnet CHF 250 Monatslohn dauernd „reiche Touristen“ betreuen muss aber dafür ein Studium absolviert hat. Am nächsten Morgen fahren wir zurück nach Halong in den Hafen. Nach der Rückkehr nach Hanoi treffen wir nochmals Thomas und fahren mit Ihm zu einer Werkstatt, wo sehr aufwändig Lacquersachen hergestellt werden Schalen, Bilder, Vasen, Spazierstöcke etc. Wir kaufen einen Teller und drei Teelichtständer.

Wir sind die letzte Nacht in Hanoi, morgen geht es in aller Frühe im Flugzeug nach Hué in Zentralvietnam.

Weitere Bilder zum Norden findest du hier