4 Tage in den Bündner Bergen

An unserer Wanderung waren es dieses Jahr nicht mehr die vier Altherren vom ATZ, Röbi hat leider schon von Anfang an abgesagt und auch Willi konnte nur während zwei Wandertagen mit dabei sein. Also sind Kurt Spahni und ich am Nachmittag des 22. August nach Sur En im Unterengadin gereist und haben im Hotel Val Uina übernachtet. Es sind nur wenige Leute hier, obwohl es trocken ist und immer noch Ferienzeit ist. Beim Nachtessen fragen wir die Wirtin, wielange wir wohl wandern müssen zur Sesvennahütte, sie mustert uns kritisch und sagt 5 Stunden, was uns beruhigt. Nach dem Nachtessen gehen wir noch kurz nach draussen den Anfang des Weges erkundigen, damit wir morgen wissen, wo wir anfangen müssen.

Durch das Val Uina und die Uina Schlucht

Hotel Val d’Uina
Sie zeigt uns den Weg

Nach dem Frühstück um halb neun machen wir uns bereit für die 1’200 m Aufstieg, von dem wir viel gelesen und auch viele Bilder gesehen haben. Die Wetteraussichten sind so, dass wir damit rechnen müssen, dass es am späteren Nachmittag regen könnte, aber noch ist es trocken und wir wandern bei angenehm milden Temperaturen. Langsam arbeiten wir uns auf einer gekiesten Fahrstrasse das Tal hoch, und überqueren dabei auffallend oft die Uina über Brücken. Es ist ein enges Tal, beidseitig gesäumt mit Gipfeln jenseits von 2’500m Höhe. Schon früh überholt uns ziemlich zügig ein deutsches Ehepaar, die wir gestern im Hotel gesehen haben. Im kurzen Gespräch erfahren wir, dass sie das gleiche Ziel haben für heute. Andere, die uns überholen, wollen nur zur Schlucht um dann wieder zurück zu gehen. Was uns auf dem ganzen Weg auffällt, sind die enorm langen und breiten Bergflanken mit Schutthalden mit Steinen aller Grössen bis hin zum Kies, vielfach ohne jede Vegetation. Wir sehen auch neue Steinschlag- und Rüfenspuren vergangener grosser Niederschläge, auch in Form von Murgängen.

Wir wissen, dass dies eine beliebte Bikerstrecke ist, so überholen uns immer wieder Gruppen von Bikern, einige von ihnen ziemlich verbissen aufwärts pustend, andere machen Witze beim Überholen, wieder andere sind am Ausruhen. Noch sind ja die (Fahr)Verhältnisse für Biker ideal, der Fahrweg ist ausreichend breit und bietet Platz für alle, keine Spur der vielzitierten Probleme Wanderer versus Biker. Wir kommen auf die Alp Uina Dadora, da wir wissen, dass es weiter oben eine Uina Dadaint gibt rätseln wir, ob dadora und dadaint unten und oben auf romanisch heisst, was wir letztlich nicht schlüssig herausfinden. Als wir dann zum „oberen“ Uina Dadora kommen, ist das sogar ein kleines Restaurant. Es ist aber noch viel zu früh zum einkehren. Gar nicht mehr viel weiter oben sehen wir schon den berühmten in den Fels gehauenen Weg der Schlucht und staunen, was für ein eindrückliches Werk hier schon vor dem

ersten Weltkrieg geschaffen wurde. Einen Wanderweg vom Unterengadin zur damaligen Pforzheimerhütte des DAV kurz ennet der Grenze im damals noch österreichischen Südtirol zu bauen – gute Idee. Kurz vor dem „Felsenweg“ rasten wir auf einer ausladenden Ruhebank, neben zwei sympathischen Frauen, die uns erzählen, sie seien vorgängig auf der E5 von Oberstdorf nach Meran gewandert und hätten sich heute nur diese Schlucht anschauen wollen. Dann packen auch wir diesen einmaligen Weg an. Stetig geht es hoch – um die nächste Biegung und um die nächste und …, immer weiter, alles in die senkrechten Felsen gehauen. Unten rauscht der Fluss und oben ist der blaue Himmel, sofern man sich denn getraut weit genug herauszulehnen. Es begegnen uns viele Leute, einige kommen von oben, vor allem Biker mit den entsprechenden Schuhen, die von der Sesvennahütte kommen und „noch schnell“ die Schlucht herinziehen wollen, andere sind auf dem Rückweg, sie kamen von unten und haben das Schluchtfeeling eben genossen und steigen wieder ab.

Am oberen Rand nach dem Ausstieg aus der Schlucht betreten wir eine Hochebene und meinen wir schon bald am Ziel zu sein. Da am Himmel dunkle Wolken aufziehen schalten wir keine Ruhepause mehr ein aber dafür einen Gang höher um schnell in die Hütte zu kommen. Beim nächsten Wegweiser wissen wir, dass es aber immer noch mehr als eine Stunde geht bis zur Hütte. Es fallen zaghaft die ersten Tropfen und wir denken, vielleicht, wenn wir noch schneller gehen, könnten wir es schaffen. Vergeblich – letztlich kurz vor der Grenze am Schlinigpass ziehen wir endgültig Regenjacke und -hose an. So marschieren wir durch den Regen und werden dauernd von den fast rennenden Bikern überholt, meist ohne jeden Regenschutz obwohl es nun zünftig herunterprasselt. Endlich erreichen wir die Hütte, berstend voll mit Touristen. Wir hängen die nassen Sachen zum Trocknen und nehmen mal zuerst Tee und Kuchen. Gut haben wir ein 6er Zimmer gebucht, das ist sicherlich angenehmer als die komplett vollen Lager. 

Wir treffen wieder das nette deutsche Paar von heute früh, Martina und Jonathan heissen sie, die am gleichen Tisch wie wir sitzen. Wir erfahren, dass sie auch morgen das gleiche Programm vorhaben wie wir. Die Sesvennahütte ist von Schlinig im Vinschgau aus sehr einfach und schnell erreichbar, so gibt das gibt dann häufig den riesigen Ansturm. Trotz der vielen Besucher ist alles in dieser Hütte bemerkenswert gut organisiert, Bedienung, Essen und letztlich auch das die Verstauen der nassen Klamotten. Draussen hat es inzwischen aufgehört zu regnen und für auch morgen ist mit trockenem Wetter zu rechnen. Vor dem Schlafengehen schauen wir uns noch die Pforzheimerhütte an, die ca 300m neben der Sesvennahütte steht, aber nach einem Brand verlassen dasteht. Von aussen sieht die mehr als hundertjährige Hütte immer noch gut aus und scheint intakt.

Daten: Wegstrecke 13km, Anstieg ca 1’200m, reine Wanderzeit 5 Stunden, Schwierigkeit durchwegs T2 und T3; siehe auf Karte

Sesvennahütte bis S-charl

Sesvenna- und im Hintergrund Pforzheimerhütte
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Steile Schuttwege

Nach dem Frühstück packen wir gleich hinter der Hütte die Etappe an, ansprechend steil aufwärts Richtung Fuorcla Sesvenna. Das Wetter scheint anfäglich ähnlich wie gestern nachmittag eher trüb und leicht bewölkt, bevor es später aufklart und sich ein ansprechender sonniger Tag entwickelt. Der Weg nach oben führt immer wieder über steile Schuttwege. Trotz der Höhe und des gestrigen Regens sind die Temperaturen immer noch recht angenehm, so dass wir im T Shirt laufen können. Auch heute überholen uns die schnelleren Gruppen, was uns in unserer Ruhe nicht sonderlich stört. Unten sehen wir die ganze Hochebene bis zum Eingang der Sesvennaschlucht.

Auf der Fuorcla Sesvenna haben wir den höchsten Punkt der diesjährigen Tour erreicht 2’815m. Hier sind wir auch wieder zurück in der Schweiz, es hat denn auch Wegweiser und -markierungen beider Länder. Vor dem Abstieg betrachten wir das eindrückliche Panorama. Der Gletscher am Piz Sesvenna erscheint uns ziemlich ramponiert, trotz der über 3’200m Höhe, eine Dreierseilschaft ist dort auf dem Weg zum Gipfel. Es klart nun endgültig auf und etwas weiter unten lassen uns von der strahlenden Sonne wärmen und essen unseren Proviant. Der weitere Weg führt über ausgedehnte Blockhalden und Alpweiden ziemlich rasant ins Tal. Auffallend sind hier immer wieder Spuren eines ausserordentlich heftigen Gewitters, das vor zwei Jahren hier niederging. In S-charl treffen wir Willi, der nach hier angereist ist. Aber – die Reservation für das Hotel in dem wir hätten logieren sollen habe ich falsch genau um einen Monat zu spät gebucht (Schande). Gott sei Dank gibt es im zweiten Hotel Crusch Alba noch drei freie Betten, sonst hätten wir wohl auswärts schlafen gehen müssen.

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Crusch Alba in S-charl
S Charl Ofenpass 05 DSCF4165
S-charl

Das Crusch Alba entpuppt sich dann als wahres Bijou in jeder Beziehung, so dass der Schaden der Falschbuchung relativiert wird. Draussen hat es wieder angefangen zu regnen, aber drinnen ist es so heimelig. Zum Apéro und Nachtessen treffen wir dann wieder Martina und Jonathan, die auch hier logieren. Beim guten Weisswein zum Apéro und später beim hervorragenden Essen stellt sich heraus, dass die beiden unser Land eindrücklich gut kennen und auf allen Touren von denen wir berichten eben auch schon waren. Willi läuft zur Hochform auf im Bestreben für die beiden doch noch einen Vorschlag in irgend einem Winkel der Schweiz zu finden, den die zwei vielleicht noch nicht kennen. Wir verbringen einen sehr unterhaltsamen Abend über alle Landesgrenzen weg, noch lange schwärmen wir von Touren und Mehrtageswanderungen in unserem Lande danke. S-charl ist ein Bijou in den Bergen von dem ich nichts wusste, auch nicht, dass hier wurden während mehreren hundert Jahren Blei- und Silberminen betrieben wurden. Dafür wurde letztlich dieser abgelegene Ort auch gegründet – es ist schön hier und ich werde sicher wieder zurückkehren.

Daten: Wegstrecke 10km, 600m Aufstieg und 1000m Abstieg, ca 6 Stunden reine Wanderzeit. Schwierigkeit T2 und T3 siehe dazu Karte 

Von S-charl zum Ofenpass

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Eher alte Wegweiser
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Martina und Jonathan

Den Regen von gestern Abend gibt es heute nicht mehr, aber dafür hängen am Morgen dicke Nebelschwaden über den Bergen. Ein mystische Stimmung, die schon ein wenig an den kommenden Herbst errinnert. Vor wir S-charl verlassen photographiere ich noch die prachtvollen Engadinerhäuser im kleinen Dorf. Unsere heutige Etappe ist auf dem Papier eher unspektakulär, für längere Zeit steigen wir auf einer Fahrstrasse zu den Alpen langsam höher, immer entlang dem Fluss Clemgia – Wasser, das dann ins schwarzen Meer fliesst. Nicht lange geht es und Martina und Jonathan überholen uns, heute allerdings haben sie aber ein anderes Ziel, sie laufen den Weg über den Passo della Crochetta nach Taufers im Münstertal, während wir in der Schweiz bleiben und zum Ofenpass laufen. Bei der Verabschiedung sagen sie uns auch noch ihr Programm von Morgen, wo sie von Santa Maria durchs Val Vau – Val Mora bergauf während wir im Sinne haben vom Ofenpass diese zwei Täler im Abstieg zu wandern.

Nach ca einer Stunde durchbrechen die ersten Sonnenstrahlen die Nebelschwaden und es wird wärmer und wieder richtig angenehm zu laufen. Auf der Alp Astras im Weiler Tamangur Dadaint zweigen wir nach rechts ab und der Aufstieg Richtung Fuorcla Funtana da S-charl zum höchsten Punkt auf 2’430m. Vorher kommen wir auf eine weitere Hochebene, wo tausende runde mit Gras überwachsene Erdhügel von etwa 30 – 50 cm Höhe über eine grosse Fläche verteilt unsere Aufmerksamkeit erheischen. Wir treffen ein Paar aus Zürich, sie wandern den umgekehrten Weg. Kurz vor der Passhöhe rasten wir. wir denken, wir haben heute ja genügend Zeit ohne grosse Anstrengungen. Der Himmel ist zwar seit einiger Zeit bedeckt, aber nach Regen sieht es (noch) nicht aus.

Kurz nach dem Pass kommen wir unvermittelt zu einem Skilift des Skigebietes Alp da Munt von Tschierv im Val Müstair. Wie die meisten Ski-Installationen sieht auch diese Station im Sommer traurig verlassen aus. Beim Weiterlaufen warnen uns Schilder betreffend der Mutterkuhhaltung von den Mutterkühen Abstand zu halten, aber alle, welche wir antreffen scheinen absolut friedlich. In der Ferne sehen wir die Bauten des Ofenpasses, aber um dahin zu gelangen müssen wir noch recht steil absteigen und kommen wieder unter die Baumgrenze in den Wald mit Arven, Föhren und Lärchen. Der Himmel verfinster sich weiter und wir hoffen noch trocken die letzte halbe Stunde bis zum Pass zurücklegen zu können. Dank eines Fahrweges kommen wir in der Ebene auch ziemlich schnell voran, bis uns das letzte Stück im Wald wieder etwas langsamer werden lässt. Gerade als wir die Ofen-Passstrasse zum Passhöhenhotel Süsom Givé überqueren fängt der Regen richtig an.

Wir sind hier im Lager einquartiert, was ziemlich im Kontrast steht zum feinen Hotelzimmer von gestern abend, aber es kostet ja auch weniger. Beim Nachtessen treffen wir eine Reitergruppe mit etwa 12 Teilnehmern, die heute den langen Weg von Santa Maria zum Pass mit ihren Pferden hochgekraxelt sind. Die Tiere lassen sie in Buffalora weiden, ca 2km unterhalb der Passhöhe auf einer Alp. Als wir ins Bett gehen regnet es immer noch und es fallen sogar die ersten Schneeflocken. Wir hoffen einfach, dass es nicht zuviel Schnee gibt.

Daten: Wegstrecke 13km, Aufstieg und Abstieg je 300m, reine Wanderzeit ca 5 Stunden, Schwierigkeit T2; siehe dazu Karte

Vom Ofenpass durchs Val Mora Val Vau nach Santa Maria

Val Mora 01 DSCF4219 BearbeitetVal Mora 22 DSCF4240Noch vor dem Frühstück inspiziere ich die Verhältnisse draussen, es ist kalt geworden und es hat auch ganz wenig Schnee gegeben, vor allem die Bergspitzen sind überzuckert, aber es regnet nicht mehr und bleibt auch den ganzen Tag trocken. Wir essen zügig das Frühstück, denn wir wollen bald weggehen – die heutige Etappe wird lang. Vor dem Abmarsch ziehen wir uns noch Mützen und Handschuhe an. Direkt vom Pass müssen wir etwa 300m aufsteigen zur Döss da las Plattas auf der Hochebene Jufplaun. Schnee gibt es hier keinen mehr und auf der Alp grasen immer noch Rinder und auch Pferde. Es ist eine seltsam karge weite Welt hier oben im Grenzgebiet zu Italien. Wir haben gestern festgestellt, dass die Ofenpasshöhe zwar noch zur noch zur Gemeinde Val Müstair gehört, 18,6km weit weg, dass aber gleich nach der Passhöhe gegen Westen Zernez anfängt, mehr als 21 km weit weg – da wären wir im Unterland ja schon zehn Dörfer weiter. Auf unserem Weg durch die Hochebene sehen wir ein grosses steinernes Haus, das ich später auf der Karte als Chasa da Cunfin, als Grenzhaus identifiziere und es geht tatsächlich ein Weg nach Italien zum Livigno Stausee. Ob hier wohl je Grenzwächter waren? Am Ende der ausgedehnten Ebene haben wir einen herrlichen Ausblick auf das Val Mora, das zusammen mit dem Val Vau ein Paralleltal zum Val Müstair bildet. Hart an der Grenze zu Italien wird das Tal von vielen als das schönste Tal der Schweiz bezeichnet.

Von hier oben gesehen scheint es, dass dieses Tal talauswärts ansteigt und als wir dann in die Talsohle kommen, wird auch klar warum. Das Wasser des Flusses, der Aua di Val Mora fliesst in Richtung uns entgegen und entwässert in den Lago di San Giacomo di Fraéle bei Bormio, also ein weiterer Übergang in unser südliches Nachbarland. Wir sind mittlerweile auf 2’100m und kommen bald zur Alp Mora – ein Bijou – alles blitz blank geputzt. Die Älplerin erklärt uns, dass jeden Tag nach dem Melken alles abgespritzt wird und dass die Milch ins Val Müstair zur Verarbeitung transportiert wird. Die Alp hat ein kleines Restaurant und wir stillen unseren ersten Hunger. Die Nebentische haben Gruppen von Bikern besetzt, für diese ist dieses Tal ein Paradies – kein Verkehr und gute Bikerwege. Vor dem Start heute früh und angesicht des Höhenunterschiedes hatten wir uns eher vorgestellt, dass wir zur Hauptsache talabwärts wandern müssen. Auf unserem Weiterweg aber staunen wir, wie lange dieses Tal bis zur Wasserscheide im Osten noch ansteigt – nicht dass es sonderlich steil wäre aber laaaang ist es. Es bläst ein kühler Wind talaufwärts und bei der Mittagspause ziehen wir unsere Jacken an bei prallem Sonnenschein und da kommen sie wieder Martina und Jonathan auch in Jacken gehüllt. Die beiden haben heute noch zünftiges vor, überqueren sie doch die trennende Bergkette und wandern nach Tschierv im Val Müstair – lieber sie als wir also sagen wir ein letztes Mal Ciao. Wir schaffen es doch noch zur Wasserscheide bei Döss Radond auf 2’200m, wo der Weg sich endlich ganz langsam abwärts neigt ins Val Vau. Gefühlt sind wir seit einer Ewigkeit unterwegs, es sind aber erst 3/4 der Gesamtstrecke geschafft und es harrt noch der Abstieg bis Santa Maria auf 1’350m. Das Tal öffnet sich langsam und gibt den Blick frei für die Ötztaler Alpen hinter dem Reschensee Gebiet. Die Landschaft hier ist fantastisch, aber es dauert immer noch eine ganze Weile bis wir in der Ferne die ersten Häuser des Val Müstair oder vielleicht auch des Vinschgaus sehen. weiter unten bei Punt 1’621 kommen wir doch tatsächlich zu einer Postauto Haltestelle, und der Fahrplan verrät, dass es 2 Kurse pro Tag an Werktagen gibt, und heute ist Sonntag, aber diese letzte halbe Stunde schaffen wir auch noch ohne Postauto. In Santa Maria hat uns die Val Mora 52 DSCF4270Zivilisation wieder, wir logieren wieder im feinen Hotel Val Mora 55 DSCF4273Crusch Alba – auch dies eine hervorragende Adresse. Kurt und ich setzen uns in die Sauna um die müden Knochen ein wenig zuregenerieren, während Willi die Kultur und Geschichte von Santa Maria auskundschaftet. Nach dem Nachtessen gehen wir in ein Kuriosum hier. Die kleinste Bar der Welt laut Guniness Buch der Rekorde und lassen uns wortreich von Lord Gunter Sommer in die Geheimnisse der Whisky Kultur einweihen, den er selber hier in Santa Maria brennt. Die Tour ist zu Ende und morgen geht es dann den Weg zurück nach Hause.

Daten: Wegstrecke 21km Aufstieg 530 m und Abstieg 1’200m, reine Wanderzeit ca 7.5 Stunden, Schwierigkeit T2 T3; siehe dazu Karte

Mehr Bilder gibt es hier

 

Von Airolo nach Splügen

Von Airolo nach Splügen

Wir Studienkollegen Kurt Spahni, Willi Tanner, Röbi Spiess und Peter Schlaufer waren im August 2015 auf dieser Tour. Die Bilder sind von allen Teilnehmern.

Ich hatte dieses Jahr die Tour vorgeschlagen und war dann auch betraut mit der Organisation. Wegen schlechten Wettermeldungen liefen wir einen Tag später los, als geplant.

1. Airolo – Capanna Cadagno

Start im Regen
Start im Regen

Wir starten am 18. August, wir fuhren mit dem Zug nach Ariolo und essen gleich neben dem Bahnhof das Mittagessen. Es war unsere Einlaufetappe und es gibt nicht viel dazu zu sagen. Im leichten Regen liefen wir über die Anfänge der Stada alta nach Altanca, wo wir uns dank der extrem steilen Bahn des Kraftwerkes 400m Höhendifferenz einsparten und so zum Ritomsee empor gondelten. In einer etwa 2stündigen Wanderung wanderten wir auf der rechten Seite des Sees zur Capanna Cadagno 1’987müM. Diese wurde kürzlich komplett neu renoviert und präsentiert sich einladend. Wir waren zwar die einzigen Gäste zur Übernachtung, beim Nachtessen jedoch herrschte ein rechter Trubel, weil eine Klasse von Biologiestudenten, die in der Nähe in einem Lager weilten, hier zu Nacht ass. Das Essen und der Tessiner Wein waren gut.

Am Abend haben wir nach alter Tradition Yatzi gespielt, ein Spiel, das echte Spannung bringt und die paar Würfel sind ja so leicht ist, dass ich es locker über alle Berge tragen kann.

2. Capanna Cadagno – Campo Blenio

Daten des heutigen Tages: ca 23km, ca 900 m Aufstieg und ca 1’600m Abstieg, totale Wanderzeit ca 8.5 Stunden.

Seltsame Alptiere
Seltsame Alptiere
Dötra im Tessin
Dötra im Tessin

Schon am ersten Tag ging es so richtig zur Sache, acht Stunden lagen vor uns. Über Nacht hatte es auf den Bergspitzen geschneit. Trotzdem am Morgen stiegen wir bei trockenem Wetter über Alpweiden zum Passo del Sole 2’370müM auf. Nach dem Pass ist man im Lukmaniergebiet, im Gebiet des Centro Pro Natura Lucomagno. Wir begegnen Eseln auf Alpweiden, doch eher selten, nach einem Abstieg von über 2’300 auf 1’756müM, assen wir in Acquacalda im Restaurant des Naturparks zu Mittag brachen aber zügig wieder auf, denn der Weg war noch weit. Zuerst der erneute 300m Aufstieg nach Croce Portera, um gleich zur kleinen, aber ganzjährig bewohnten Siedlung Dötra wieder abzusteigen. Weiter ging es über Alpweiden und einem erneuten kräftigen Anstieg zum Passo Cantonill. So viel auf und abs an einem Tag hatten wir noch selten – insbesondere, weil wir es von hier ziemlich kräfteraubend nochmals 800m bis in die Talsohle nach Campo Blenio waren. Es war schon gegen halb sieben als wir nach diesem strengen Tag im Albergo Restaurant Genziana ankamen. Campo Blenio schien uns an diesem Tag ein ziemlich verlassener Ort, der sicher zur Zeit des Kraftwerksbaus des Luzzonekraftwerkes geblüht hat, es heute aber schwierig hat. Die Wirtin kochte für uns uns Polenta und Ciervo inklusive Dessert, soviel, dass wir auch noch eine Runde Grappa zur Hilfe der Verdauung nötig hatten. Unsere Diskussionen wurden denn auch entsprechend immer angeregter.

3. Campo Blenio – Son Giusep

Luzzone Stausee
Luzzone Stausee
Geometrie am Himmel
Geometrie am Himmel

Daten des heutigen Tages (netto): ca 19km, ca 900 m Aufstieg und ca 1’000m Abstieg, totale Laufzeit ca 8 Stunden.

Am Morgen nach dem Frühstück wartete schon der Taxifahrer auf uns, den wir gebucht hatten, um uns 600 Höhenmeter, und – nach dem Rat des Taxifahrers doch bis zum hinteren Ende des Luzzone Sees zu fahren – auch noch 3/4 Stunden Wegzeit einzusparen. Ab hier ging es wieder bergauf und das nicht zu zahm zur Capanna Motterascio auf 2’172müM. Gut dass die Flugzeuge schöne Kreise an den Himmel zeichneten und uns so den steilen Aufstieg etwas verschönert. Auch die Motterascio wurde vor kurzem neu erstellt. Nach Planung wollten hier zu Mittag essen, dank Taxi waren wir aber schon halb elf Uhr da, so entschieden wir uns für die kräftige Gersten Suppe. So gestärkt ging es weiter auf die Greina Ebene, von der wohl die meisten etwas gehört haben, aber wahrscheinlich waren die wenigsten schon da. Schade, denn es ist die Anstrengung wirklich wert.

Von oben vom Crap la Crusch steigt eine ganze Schar älterer WandererInnen vom CAI Varese (Club Alpino Italiano) ab zur Hütte. Während des ganzen Tages weiter treffen wir heute Wanderer an. Wir waren etwas verwundert über die Zeiten auf den Wanderwegweisern und nahmen den Weg dem Fluss entlang Richtung Diesrut. Wir sahen die Talenge, wo einst eine Talsperre hätte errichtet werden sollen für die Energieproduktion, was von einer Bürgerbewegung verhindert werden konnte. Das Wetter war trocken und vor dem Aufstieg auf den Diesrut-Pass picknickten wir aus dem Rucksack dabei schauten wir der Schäferin zu, die ihren Hund mit Rufen dirigierte, dass er die obersten Tiere unter den Felsen runtertreibe.

Ustria Tgamanada
Ustria Tgamanada

Auch heute harrten vom Passo Diesrut bis nach Son Giusep wieder 800m Abstieg und auch dieser ging so richtig schön in die Knie. Bereits recht spät kamen wir nach Son Giusep (was für ein klingender Name für einen Ort) im Lugnez. Hier fanden wir unter den ca 10 Häusern des Ortes schnell die Ustria Tgamanada. Das Reich von Frau Caminada, die uns freundlichst empfing, obwohl sie uns eigentlich schon gestern erwartet hatte. Das Missverständnis konnte in der Folge schnell geklärt werden und wir wurden mit köstlichem Capuns und Dessert verwöhnt. Mit wenigen anderen Gästen ergab es einen schönen Abend. Frau Caminada ist goldig, eine Wirtsfrau, wie wir sie mögen. An diesem Abend sind wir vorsichtig und hauten nicht all zu fest über die Stränge, denn morgen erwartet uns die Monsteretappe über den Patnaul-Pass nach Vals. Frau Caminada beriet uns zum Weg ins Val Calogn und zeigt auf, dass wir morgen von der Leis Alp nach Vals ein Taxi nehmen könnten. Wie immer am Abend: wir verbesserten die Schweiz, die Welt und noch vieles mehr, vor wir in den gemütlichen Betten der Ustria in einen tiefen gesunden Schlaf sanken.

4. Son Giusep – Vals

Auch das Frühstück war super es gab sogar Bündner Birnbrot nach Frau Caminada: „es gibt keine Gipfeli, keine Weggli aber Birabrot“.

Daten des heutigen Tages: ca 13km, ca 1’450 m Aufstieg und ca 1’750m Abstieg wären es, aber der Alpinbus erlässt uns 600m davon, totale Wanderzeit ca 8 1/2 Stunden.

Zuerst abwärts, entlang der Fahrstrasse nach Vrin bis nach Cons, wobei uns bei jedem Meter Abstieg klar wurde, dass wir noch auf fast 2’800müM wieder aufsteigen mussten. Ich weiss nicht wie es meinen Freunden ging, aber in mir tauchten Gedanken auf, wie einfach es doch wäre, mit dem ÖV nach Vals zu gelangen, diese verfliegen erst, als wir weit genug entfernt von der Fahrstrasse nach Brin waren, aber immer noch weiter zum Fluss Glogn absteigen.

Aufstieg zum Patnaul Pass
Im Aufstieg zum Patnaul Pass
Aufstieg zum Patnaul Pass
Rast im Aufstieg zum Patnaul Pass

Endlich ging es ins Val Calogn hinein, langsam ansteigend – wenigstens nicht mehr weiter abwärts, kurz vor Pardatsch kamen wir zum Wegweiser Fuorcla Patnaul. Von nun an ging’s bergauf, zuerst noch im Morgentau im Schatten durch hohes Gras und Wald, später kam die Sonne und es wurde angenehm warm. Der Weg zur Alpe Patnaul ist steil, streng und schweisstreibend. Wir legen hier eine Pause ein und schauen dem Schafälpler zu. Auch dieser schickt seinen Hund los, um die Schafe herunter zu treiben, die unter den Felsen nach den leckersten Kräuter suchten. Der Hund raste wie ein gehetzter die ganzen etwa 200 Höhenmeter hinauf und Willi wunderte sich, was für ein Lungenvolumen dieser wohl haben müsse. Später wunderten wir uns, wie viel Lungenvolumen wir wohl brauchen würden und wo unser Weg weiter gehe, denn überall war es weniger steil, als über den Grasrücken auf dem wir sehr weit oben eine Wegmarkierung ausmachen konnten. Die Konsultation der Karte bestätigte es aber klar – da mussten wir rauf. Also ging es weiter Schritt um Schritt, mehr Schweiss und noch mehr Lungenarbeit. An der Schlüsselstelle ist die Wegspur nicht mehr eindeutig zu finden und es brauchte des öfteren auch den Einsatz der Hände. Was mich zusätzlich erstaunte war, dass die (sehr spärlichen) Wegmarkierungen hier immer noch rot-weiss waren, ich denke, das für diesen Teil die falsche Klassierung. Später staunten wir nicht schlecht, als von oben drei junge Typen in Berglauftenue und Laufschuhen ziemlich rasant den Berg hinunter kamen. Weiter oben legt sich der Berg langsam zurück und es wird weniger steil. Wir begegneten weiteren Wanderern auch solchen die angesichts der Steilstufe wieder umkehrten. So viele Wanderer (etwa 10) anzutreffen war insofern erstaunlich, weil dies ein eher selten begangener Übergang ist zwischen dem Piz Aul und dem Faltschonhorn.

Nach mehr als 1’500 Metern Aufstieg war das Gesellenstück geschafft und wir gratulierten uns überglücklich. Wir alle waren stolz und echt froh, dass wir das hier geschafft hatten. Photos wurden geschossen, eine gute Zwischenmahlzeit verdrückt und die Aussicht genossen, dann ging es schon wieder los, denn der Weg ist noch weit und Vals 1’500 Höhenmeter weiter unten. Der Weg ist auf dieser Seite weniger steil in Richtung Lais Alp, zuerst noch im alpinen Bereich, später über Alpweiden. Etwa eine halbe Stunde vor der Lais haben wir dem Rat von Frau Caminada folgend dem Alpinbus telefoniert, eine sehr gute Entscheidung, denn dieser letzte Abstieg nach Vals wäre wiederum sehr steil gewesen. 

Willi hat den Busfahrer gefragt, was er vom Hotelturm-Projekt von Remo Stoffel halte, worauf dieser zurückfragte, ob wir von der Presse seien, mit denen er offensichtlich schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Wir meinten dazu, Presseleute kämen im Normalfall kaum über den Patnaul. Die wenigen Aussagen des Chauffeurs über dieses Thema liessen uns ahnen, dass es im Dorf Vals wohl zwei Gruppen von Leuten mit konträren Ansichten zu diesem Wahnsinns-Projekt geben musste. In Vals waren wir wieder mal in einem mondänen Kurort.

Wir nächtigten im Hotel Glenner in Vals, wir wurden aufs Beste bedient, tafelten prächtig und können das Hotel nur empfehlen. Im Verlaufe des Nachtessens wurden wir noch aufgeschreckt durch die Nachricht, dass morgen der Alpinbus erst um 09:40 Uhr käme. Angesichts der kurzen Etappe von morgen nahmen das gelassen, mal sehen morgen.

Nach diesem vierten Tag hatten wir 2/3 der Tage unterwegs hinter uns und sogar etwa 85% der Anstrengungen der heurigen Tour geschafft.

5. Vals – Safiental Turrahus

Daten des heutigen Tages: ca 13km, ca 1’100 m Aufstieg, wovon uns der Alpinbus erneut 500m abnimmt und ca 1’250m Abstieg, totale Wanderzeit ca 5 Stunden.

Zervreila See Mauer
Staumauer Zervreila-See mit Zervreilahorn
am Tomülpass
am Tomülpass

Das Missverständnis mit dem Alpinbus konnten wir am morgen mit einem Anruf klären uns starteten plangemäss um 07.30 Uhr und liessen uns auf der anderen Talseite als wir gestern heruntergefahren waren, das steilste Stück auf 2’000müM wieder hinaufchauffieren. Wir gehen von hier in Richtung Tomülpass, es geht in gemütlicher Steigung aufwärts. Wir waren gut gelaunt, das Wetter war gut, eine Diskussion löste die andere ab. Es war natürlich zusätzlich moralfördernd, dass uns an diesem Tag nach den drei sehr anstrengenden vorangegangenen nicht so viel abverlangt wird. Der Tomülpass ist eine bekannte Biker-Route, aber selbst Röbi, der als einziger unseres Teams auch Biker ist, sagte bei einigen Stellen, dass er kaum hier biken möchte. Bei der Tomülalp machten wir eine gemütliche längere Znünipause. Die Murmeltiere pfiffen in der Nähe und wir sahen deren Junge über die Steine tollen.

Dann weiter Richtung Pass auf 2’412müM, wo auch wir den ersten Biker begegneten, die von der Saften-Seite heraufpedalt waren und kurz vor der Passhöhe noch einen Sonder-Effort hinlegten. Wir kamen mit ihnen in’s Gespräch, obwohl in einschlägigen Medien sehr oft der Zwist zwischen Wanderern und Biker heraufbeschwört wird, diese hier waren uns auf jeden Fall sympathisch. 

Photograph Röbi
Photograph Röbi
Turrahaus
Turrahuus

Kurz unter dem Pass machten wir bei herrlichem Sonnenschein eine ausgedehnte Mittagspause, bevor wir den weiteren Anstieg in angriff nahmen. Es ist auf der ganzen Länge eine Art Fahrstrasse ohne Belag, deswegen wohl auch die Bikerroute, die allerdings an einigen Stellen mit grossen Steinen und Steilstufen übersät ist, aber das schien diesen Bike-Rittern wenig aus zu machen.

Weit unten sahen wir das Ausgleichsbecken des Zervreilakraftwerkes, das ich von früher aus meiner Zeit im Kraftwerk kenne. Das Wasser des Zervreilasees wird im Valsertal turbiniert, dann durch den Berg in das obere Safiental ins Wannabecken geleitet, wo zusätzlich Wasser der Rabiusa gesammelt wird, das unten in Safien wieder turbiniert und gesammelt wird um letztlich wieder durch den Berg geleitet und im Hinterrheintal in Rothenbrunnen ein letztes Mal turbiniert zu werden. Eindrücklich die Schweizer Ingenieurkunst der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Im Turrahuus angekommen liessen wir bei schönstem Sonnenschein das obligate Panache unsere Kehlen wieder anfeuchten. Wir checkten in das Massenlager ein, in das wir verpflanzt wurden, weil wir die Tour um einen Tag verschoben haben und heute am Samstag, sehr viele Wochenendausflügler hier waren. Wir ahnten auch, dass es diesmal keine so ruhige Nacht werden würde, was sich auch bewahrheiten sollte. Der letzte gemeinsame Abend ist meist etwas speziell – fast melancholisch, morgen geht unser Abenteuer zu Ende, aber die Diskussionen waren besonders heftig. Der Wetterbericht für morgen sagte Regen im Verlaufe des Tages voraus, also in’s Bett und früh aufbrechen. Röbi konnte nicht schlafen, Willi schlug den Kopf am Balken an – so waren wir am Morgen froh, aufstehen zu können.

6. Safiental Turrahaus – Safierberg – Splügen

Daten des heutigen Tages: ca 13km, ca 800 m Aufstieg und ca 900m Abstieg, totale Wanderzeit ca 5 1/2 Stunden.

Aufbruch beim Turrahaus
Aufbruch beim Turrahaus
Splügen
Splügen

Kurz vor dem Abmarsch wurden wir noch von einem deutschen Alpinisten photographiert und wir verliessen aber trocken das Turrahuus und gehen talaufwärts, in stetem Aufstieg zuerst über die Fahrstrasse, später auch über Alpweiden, als die ersten Tropfen fielen. Zuerst wollten wir es nicht so recht glauben und in die Regenkleider rein, aber bald regnete es dann stark genug. Schweigend stapften wir im Regen, höher und höher. Der Regen wurde bald heftiger und von einem heftigen Wind begleitet. Irgendwann überholte uns die Gruppe mit dem Photographen von vorhin, schweigend sich nach oben kämpfend. Wenige Diskussionen und so waren wir froh, als wir in den Nebelschwaden weit oben die zwei Hütten sahen, die in der Nähe des Überganges am Safierberges stehen. Wortlos gewannen wir Höhe, wohl jeder in seine Gedanken versunken, einfach weil wir das einfach schnell hinter uns haben wollten.

Oben, auf 2’486müM angekommen fielen wir uns kurz in die Arme – der letzte Anstieg war vorüber, um gleich wieder Richtung Spülen abzusteigen. Wir liefen ziemlich schnell, bis wir zum Alpvieh kamen. Der Regen hatte zwar etwas nachgelassen, nur die dummen Kühe liefen uns ständig hinterher. Dann sahen wir von unten die Älplerin kommen. Sie beruhigte uns und sagte, dass die Tiere merken würden, dass sie in Kürze ins Tal abfahren würden. Deshalb seien sie nervös und liefen den Touristen hinterher.

Langsam hörte der Regen ganz auf und weit unten sahen wir Splügen im Hinterrheintal mit der A13 zum San Bernardino, die an diesem Sonntag heftig befahren war. Vorbei war also die Zeit, wo wir allenfalls am Abend oder am Morgen etwas Verkehr bemerkt hatten. So langsam hatte uns die Normalität wieder. Noch einmal liessen wir uns die beeindruckenden Zahlen auf der Zunge vergehen: unzählige interessante Diskussionen, sehr viel Schweiss und Hecheln für die fast 90km zu Fuss mit je über 5’000m Auf- und Abstieg. Willi kannte sich in Spülen aus und führte uns in eine heimelige Dorfbeiz, wo wir uns aufwärmten und einen herrlichen Wurstsalat assen, vor wir uns mit Postauto und Zug auf den Heimweg machen. 

Herzlichen Dank – Willi – Kurt – Röbi – es war schön und wir gehen sicher wieder!! 

 

Karte

 

 

 

 

Pilatus über den Ostgrat

Pilatus über den Ostgrat

Die Überschreitung des Pilatus ein alter Traum

Pilatus Ostgrat 102
der Ostgrat links von Luzern aus gesehen
Pilatus im Abendlicht
Pilatus im Abendlicht

Von ganz weit weg sieht Willi Tanner aus Eglisau den Pilatus im Abendlicht. Wenn ich aus der Stadt Luzern Richtung Süden schaue sehe ich den Pilatus mit links einem langen und gegen oben auch immer steileren Grat auf der linken Seite. Bereits den ganzen Sommer planten wir eine gesamte Überschreitung von Stansstad (435müM) über den Pilatus, den Gipfel des Esels (2118müM) und von da an einem zweiten Tag weiter über die Pilatuskette – Tomlishorn – Mittagsgüpfi – Widderfeld usw bis nach Gfällen trekken, aber das Wetter im Sommer 2014 spielte nicht mit. So strichen wir letztlich das Progrmamm auf einen Tag zusammen. Das Studium der Wanderung löst vor allem im oberen Teil Respekt ein.

noch früh am Renggpass
noch früh am Renggpass
Pilatus Ostgrat 104
Rast mit Tiefblick

Am Morgen des 26. September begrüsste ich Willi kurz vor acht im Bahnhof Luzern. Im Zug nach Stansstad sehen wir den Grat des heutigen Tages zum Greifen nahe. In Stansstad geht man zuerst über die Achereggbrücke um zum Einstieg zu gelangen. Nach dem etwas steilen Anfang geht es dann recht gemütlich auf der Südseite des Lopper bis zum Renggpass, wo wir das erste Mal im Nebel den Gipfel sehen, der noch soo weit entfernt ist. Nach dem Renggpass geht es gegen ds Chrummhorn das erste Mal so richtig zur Sache, es wird steiler und steiler, gut, dass wir auf einer Bank mit Tiefblick auf Hergiswil und den Vierwaldstättersee die erste Rast einschalten können. Nach dem Chrummhorn dann die Leiter. Und  es geht weiter, meist südlich des Grates im Wald zur Tellifadlücke, wo wir anhand des Führers das erste Mal den Weg suchen. Eigentlich ist er aber vorgezeichnet – immer in der Nähe des Grates, auf der Südseite. Hier müssten wir uns auch entscheiden, den leichteren „Umweg“ über Ämsigen zu machen, was wir aber nach einer kurzen Beratung ausschlagen.

Immer steiler
Immer steiler
Kraxeln
Kraxeln

Es wird noch steiler und geht ganz zünftig zur Sache, aber eigentlich sind wir immer noch im Wald und nicht in den wirklich steilen Passagen. Über Wegstücke, wo man auch die Hände zu Hilfe nehmen muss, kommen wir aus dem Wald heraus zur Windegg, wo der vom Norden her gut sichtbare Gras-Felshang zum Steiglihorn und Rosegg aufschwingt. Wir essen hier zu Mittag um für die kommenden Strapazen fit zu sein. Es geht nun zuerst über Grasplanggen, wo es so was wie Wegstufen hat bis zum Felsdurchsetzten Aufschwung bis zur Höhe. Auf den Bildern kommt die Steilheit nicht wirklich zur Geltung. Dazwischen gönnen wir uns auch immer wieder einen Tiefblick – 400 – 500m durch den Sulzgraben hinunter auf Alp Gschwänd und in der Ferne grüsst Luzern im herrlichsten Sonnenschein. Ich sage zu Willi, wenn ich zuhause auf der Terrasse sitzen würde, könnte ich uns mit dem Feldstecher sehen. Einmal auf der Höhe kommt der Gipfelaufschwung des Esels in Sicht . Wir setzen uns hin, schauen nach vorne und nach hinten und sind schon schön stolz, hier zu sein. Es ist einsam und in der Ferne sehen wir die Touristen auf dem Kulm und dem Esel. Nun kommt die bange Frage, ob wir den Gipfelaufschwung durch die Grasbänder und Schrofen in direkter Linie auf den Esel, der immerhin mit T5+ eingestuft ist nehmen sollen. Die Variante ist der Wanderweg direkt über der Bahn. Letztlich entscheiden wir uns für das Leichtere und machen für uns den Pensioniertenbonus geltend.

Blick Richtung Süden
Blick Richtung Süden
Blick vom Gipfel des Pliatus
Blick vom Gipfel des Pilatus

Wir steigen leicht ab und gelangen zum Trassee der Pilatusbahn, die heuer 125 jährig wird. Wir staunen über dieses Werk, das in nur 400 Tagen erstellt wurde mit allen Tunnels und Brücken. Auf Kulm kommen wir nun endgültig in den Pilatus-Rummel. Wir sind stolz und glücklich, die fast 1’700m Höhe in der angegebenen Zeit von sechs Stunden geshafft zu haben. Noch vor dem wohlverdienten Bier müssen wir Platz-Karten für die Talfahrt lösen. Dann gehen wir aber auch noch auf den Esel für die obligaten Gipfelbilder – es ist schon ein fantastischer Aussichtspunkt.

 

Rund um den Wildstrubel

Rund um den Wildstrubel

1. Etappe: Selden – Lötschenpasshütte

Wildstrubel P-1
Im Gastertal
Wildstrubel P-3
Unsere Zuschauer

Am Mittwoch treffe ich Kurt Spahni bereits um halb acht Uhr im Hauptbahnhof Bern. Wir besteigen den Regionlalexpress nach Kandersteg. Unsere Kollegen Willi Tanner und Röbi Spiess werden morgen in Leukerbad zu uns stossen. In Kandersteg besteigen wir den Kleinbus ins Gasterntal. Die abenteuerliche Strecke führt durch eine extrem enge Strasse und oft muss der Chauffeur oben unten hinten und vorne dafür sorgen, dass er nicht in einen Felsen prallt.
In Selden ist Endstation und wir machen uns bereit für den ersten Aufstieg von 1550 müM hier bis zur Lötschenpasshütte auf 2690 müM. Über eine Hängebrücke beginnt der Aufstieg Richtung Lötschenpass. Es ist insofern ein „humaner“ Anstieg, dass auf längere Steilstufen folgen immer wieder flachere Partien folgen. Noch auf den Alpweiden picknicken wir unter anhaltender Beobachtung wiederkäuender Simmenthalerkühe. Später arbeiten wir uns über den mit Geröll bedeckten Lötschegletscher höher. Nach Überquerung des Gletschers geht es in die Felsen mit einigen fixen Seilsicherungen; es ist aber nie ein ausgesetzter oder gar schwieriger Weg. Viele Wanderer, vor allem Frauen kommen uns entgegen, sie überqueren den Lötschenpass in umgekehrter Richtung von Ferden im Lötschental ins Gasterntal.

Wildstrubel P-6
Lötschenpass

Schon um halb vier Uhr sehen wir die Hütte und staunen nicht wenig, als wir hier in über 2’500müM Hühner und Schweine antreffen. Überhaupt ist es eine phantastische SAC-Hütte – neu – ein Minergiebau, mit Sonnenkollektoren, PV Modulen und Duschen. Wir fühlen uns wie in tausend un einer Nacht. Nach dem üblichen Bier spielen wir mit Veronika und Rita aus Steffisburg Yatzy und staunen nicht schlecht, als diese uns erzählen, dass sie von Kandersteg den ganzen Weg gelaufen seien – über sieben Stunden.
Auch das Nachtessen nach der Suppe passt gut zum Kontext, nämlich Hacktätschli mit Nudeln und Salat – super – Kompliment an die Küche, dazu eine Flasche Petite Arvine. Kurt und ich schlafen königlich auf fast 2’700müM.

 

2a. Etappe: Lötschenpasshütte – Leukerbad

Wildstrubel P-7
Krummalp

Am nächsten Morgen starten wir unsere Tour mit einem Abstieg von 600m hinunter auf Krummalp im Lötschetal, den Einstieg zu diesem Weg muss man richtig gehend suchen, aber letztlich klappt es. Von Krummalp führt die Route weiter nach Restialp, wo wir picknicken und von da weiter auf den Restipass (wiederum auf 2’600müM) Die Zeiten auf den gelben Wanderwegweisern können wir nicht wirklich erreichen, was uns aber wenig stört, denn als Pensionierte haben wir ja ausreichend Zeit unser Ziel zu erreichen. Heute dreht sich unsere Diskussion öfters um Willi und Röbi, die seit heute früh auch unterwegs sind von Kandersteg über den Gemmipass und die wir heute abend im Hotel treffen werden.

Wildstrubel P-10
seltsame Zeichnungen

Die Landschaft hier ist wunderschön und einsam, der Ausblick reicht runter ins Lötschental bis zuhinterst zur Lötschenlücke. Es ist leicht bewölkt und damit sehr angenehm zum Wandern. Am Wegrand sehen wir gelbe Steine mit weissen „Adern“, die wie ein Profil aus der Oberfläche vorstehen.

Nach dem Pass nehmen wir es gemütlich und können schon einen guten Teil des Weges sehen, den wir noch zu gehen haben. Nach etwas mehr als fünf Stunden sehen wir in der Ferne Sessellifte und die Seilbahnstation der Torrentbahnen – und – einen Lastwagen, der sich bergaufkämpft! Wir merken bals, dass dieser Rinder abholen kommt, die jetzt Ende des Alpsommers wieder zu Tale gefahren werden. Vier Leute haben eine Riesenmühe die Rinder in den Wagen zu treiben, was diese partout nicht wollen. Kurt und ich nehmen die steile Bahn runter nach Leukerbad, wo wir auch bald das Hotel Alpin und unsere beiden Kollegen Willi und Röbi treffen, die eben auch eingetroffen sind.

2b. Etappe: Kandersteg – Gemmi – Leukerbad (Text und Fotos Willi Tanner)

Wildstrubel W-1
Schwarenbach

Am Montag vor Tourenbeginn schreibt Röbi ein e-mail und erklärt mir, dass er soeben von einer schönen Nordlandreise zurückgekommen sei, hätte viel und gut gegessen und wenig Bewegung gehabt, hätte Morgen Dienstag noch ein wichtiges Meeting und, und,- und vielleicht möchte Röbi am nächsten Mittwoch einfach nicht so früh aufstehen wie Peter und Kurt und möchte die Tour etwas ruhiger angehen und schreibt, dass er lieber am nächsten Donnerstag mit mir über die Gemmi nach Leukerbad laufen möchte. Kein Problem, Röbi,! schreibe ich zurück. Wir können uns im Hauptbahnhof um 08.20 Uhr treffen, haben einen direkten Zug via Bern nach Spiez und steigen dort um nach Kandersteg. Ich freue mich darauf ! Die Zugfahrt nach Kandersteg ist kurzweilig. Noch vertieft im Schwatzen fahren wir in Kandersteg ein und müssen aussteigen. Ich studiere vor dem Bahnhof in Kandersteg die Wanderwegweiser und plötzlich realisiere ich, dass ich alleine vor dieser Stange stehe. Röbi steht bereits auf dem Trittbrett des Ortsbus’s, lacht und ruft mir zu: „Willi, komm, steig ein, der Bus fährt in ein paar Minuten“! „Das ist der Dani, ein lieber Kollege und Bus-Chauffeur hier im Oberland, ich kenne Dani seit langem“, sagt Röbi als ich in den Bus einsteige. Das freut mich. Ich weiss, Röbi verbring seit vielen Jahren schöne Ferien im Berner Oberland. Es ist Röbi’s zweite Heimat geworden und ich bekomme den Eindruck, dass Röbi bei den Oberländern gut eingeführt und aufgenommen ist.

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Daubensee

Auf der Fahrt zur Seilbahnstation recke ich den Hals aus dem Fenster und erkenne das Eishockeyfeld von Kandersteg wo wir in den 70-er Jahren Eishockey gespielt haben. Ich verbrachte die meisten WK‘s hier oben jeweils in den Wintermonaten mit einer St.Galler Kompanie und einer Bündner Kompanie. Einmal in der Woche wurde jeweils Eishockey gespielt zwischen einer St. Galler Militär-Auswahlmannschaft gegen eine Bündner Militär-Auswahlmannschaft. Das tönt sehr russisch oder ostdeutsch, aber so wurde damals das Freundschaftsspiel angesagt. Nur die Temperatur hier oben war immer sibirisch kalt. Ich meine, wir St Galler hätten immer hoch verloren gegen die Bündner.

Vor der Kasse der Luftseilbahn zur Sunnbühl reihen wir uns ein in die Warteschlange. Vor uns und hinter uns sind geschwätzige Senioren. Ich muss feststellen, dass meine Jahrgänger das Bähnli nehmen um hinauf zu kommen. Von Sunnbühl laufen Röbi und ich nebeneinander auf einem breiten und schönen Wanderweg Richtung Schwarenbach und Gemmipass. Nach 15 Minuten, vielleicht sind es 20 Minuten, denke ich, Röbi hat einen rassigen, schnellen Schritt angeschlagen. Will er mich testen? Ich schweige noch. Nach einer halben Stunde mache ich eine Bemerkung zu Röbi und sage zu ihm: „Du hast einen ordentlich schnellen Schritt angeschlagen, wir müssen uns nicht beeilen, wir haben Zeit.“ Röbi gibt zur Antwort:“ Nein, das ist nicht so, du Willi, du läufst so schnell“. Nun, noch bevor wir das Gasthaus Schwarenbach erreichen, haben wir den Schritt gut miteinander abgestimmt. Im Schwarenbach machen wir Pause, bestellen Tagessuppe, Kaffee und Kuchen. Röbi ist gesprächig, erzählt von seiner VBZ-Zeit, von renitenten Mitarbeitern, berichtet sichtlich stotz auch von seiner Tochter Martina und ihren Palmarès und seiner kürzlich erlebten raudihaften Autofahrt amerikanischer Gäste durch die Schweiz.

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Daubenhorn

Wir erreichen den Gemmipass und automatisch schwenkt mein Blick auf die abweisende Ostwand des Daubenhorns. Dieser Klettersteig hätte mein Bergsteiger-Gesellenstück werden können. Von der Kabine der Luftseilbahn kann ich noch ungefähr den oberen Geissenweg und die sogenannte Gemsfreiheit erahnen. Weiter wollte ich damals nicht mehr gehen. Von der Gemmi-Luftseilbahn haben wir einen guten Blick auf den Gemmipass. Ich bin beeindruckt wie die Wegbauer damals diesen gefürchteten Felsenweg bauen konnten. Gnädige Frauen und Herren der Schöpfung hatte man früher in Sänften hier heruntergetragen.- Eine unglaublich harte Leistung. In Leukerbad finden wir schnell unser Hotel Alpina. Ein paar Hotelwegweiser im Dorf und das Wissen, dass das Hotel neben der Dorfkirche stehen muss, genügt. Nach dem Einchecken und dem Wechseln von ein paar freundlichen Worten mit dem Hotelier kommen Peter und Kurt frisch und aufgestellt dahergelaufen. Wir fragen Peter und Kurt, wie war’s, wie geht? Es wird berichtet, alles supper!.

Das Alpina hat freundliche Zimmer, eine schmackhafte Küche und freundliches Personal. Zum Znacht wird 4 Mal Rösti und Walliser Roten von Salgesch bestellt. Der Abend wird abgerundet mit Jatzy spielen. Wir haben es heiter und lustig und ich merke, dass wir von anderen Hotelgästen, wahrscheinlich eher neidvoll, beobachtet werden, weil ihnen vielleicht der Gesprächsstoff ausgegangen ist.

 

3. Etappe: Leukerbad – Montana (Fotos Willi Tanner und Peter Schlaufer)

Wildstrubel W-5
Montana 7 Std
Wildstrubel W-7
Schon falle ich zurück

Diese Etappe steigert sich bis zum Abend als Pièce de résistance unserer ganzen Unternehmens. Eigentlich wollten wir am Abend in der Cabane des Violettes sein – – aber schön alles der Reihe nach. Röbi und Willi erkunden noch am Vorabend den Einstieg in den Wanderweg, der Römerweg oder Walliser Sonnenweg benannt wird. Zuerst gewinnen wir auf der rechten Seite des Tales der Dala langsam an Höhe. Es scheint, dass vor kurzem haben die Älpler hier Vieh zu Tale getrieben haben, wir müssen ständig aufpassen, um nicht ungewollt in den Mist zu treten. Am Talausgang hat es eine Steilstufe, die aus dem Fels gehauen zu sein scheint. Dann können wir unten im Tal die Rhone sehen, aber das Wetter meint es heute nicht so gut mit uns. Wir dachten wir würden den ganzen Tag auf der anderen Talseite die Walliser Viertausender in gleissendem Sonnenlicht bewundern, statt dessen ziehen wir schon bald das Regenzeug über. Aber das tut unserer guten Laune keinen Abbruch.

Wildstrubel W-8
Erringer Kuh
Wildstrubel W-11
Unsere Tierfreunde

Willi ist etwas nervös, weil wir um 16.15 die letzte Gondelbahn von les Marolières zur Cabane des Violettes erreichen müssen. Er ist etwas angespannt und treibt uns zur Eile an. Längere Zeit laufen wir auf einer Hochterrasse, der Varneralp, wo uns schwarze Walliserkühe und sogar Pferde argwöhnisch beobachten. Es stellt sich als eine lange Etappe heraus und mit einiger Regelmässigkeit müssen wir die Regenschütze überziehen, dafür laufen wir in einer herrlichen Landschaft und erreichen am Nachmittag die Caves du Sex, ein Name der natürlich für einige Sprüche gut ist. Hier beginnt die Bisse de Tissoret (eine Suone), die uns fast den ganzen restlichen Weg bis nach Montana begleitet.

Wildstrubel W-14
entlang den Suonen

Wir laufen weiterhin zügig, Mal einige hunert Meter hinunter, dann wieder aufwärts, immer in flottem Schritt, um rechtzeitig bei der Station der Gondelbahn zu sein und müssen kurz vor vier Uhr auch noch den Weg suchen. Umso grösser ist unsere Enttäuschung, als wir zur Station kommen und diese geschlossen und menschenleer ist, obwohl sich Willi noch vor einer Woche im Touristbüro von Montana erkundigt hatte, dass sie in Betrieb sei. Ein Telefon beim Hüttenwart ergibt, dass die Bahn „heute ausnahmsweise für eine Reparatur“ ausser Betrieb sei. Super! Zu Fuss hätten wir noch gut zwei Stunden Aufstieg zu leisten. Das erscheint uns nach den gut sieben Stunden, die wir schon unterwegs sind zuviel!. Also beschliessen wir, hier in der Nähe ein Hotel zu suchen. In einem Hotel in Les Barzettes haben sie zwar keinen Platz, aber die Empangsdame hilft uns liebevoll eines in Montana zu suchen, was nicht einfach ist angesichts der Tatsache, dass an diesem Wochenende das Omega European Masters Golfturnier stattfindet.

Kurt ruft seine Schwester Lisbeth an, die seit Jahrzehnten hier in Montana wohnt. Sie beschliesst spontan mit uns zum Nachtessen zu kommen. So kommen wir unverhofft zu einem vornehmen Nachtessen und einem gemütlichen Abend mit viel Spass in einem Nobelkurort anstelle einer dunklen Hüttenstube. Lisbeth sagt uns zum Schluss, dass sie uns morgen noch mit ihrem Auto zur Bahn bringe. Wir werden verwöhnt hier

4. Etappe: Montana – Cabanne des Violettes – Wildstrubelhütte (Fotos Willi Tanner und Peter Schlaufer)

Wildstrubel W-17
die Sonne brennt

Es ist heute Samstag, die Gondelbahn ist wieder in Berieb und wir lassen uns hoch transportieren. Nach dem Verlassen der Bahn sehen die Cabanne des Violettes. Es ist eine schöne Hütte, aber die Umgebung mit der Seilbahnstation und dem vielen Beton ist nicht gerade dazu angetan, hier zu verweilen. So nehmen wir den Weg zum Col de Pochet unter die Füsse. Als Unterbruch zum steilen Anstieg, kommen von oben kommen Jäger mit einer Gemse im Rucksack, dann geht es wieder weiter – höher in einer herrlichen Landschaft. Auf dem Pass treffen wir ein Paar aus Höri, die uns schon vorgestern in Leukerbad gesehen haben.

Wildstrubel W-20
ausgesetzter Weg
Wildstrubel W-22
Col de la pleine morte

Langsam gewinnen wir an Höhe – wir haben heute keine besondere Eile, unser Ziel ist die Wildstrubelhütte, die wir in etwa fünf Stunden erreichen können. Wir passieren die Plaine morte, was für ein Name – tot scheint uns diese Ebene überhaupt nicht. Gut sichtbar haben sich hier in der Nähe wichtige militärische Einrichtungen etabliert – so fühlen wir uns denn auch sicher, so gut beschützt.

In der Nähe der Point de Vatseret sehen wir nun auch den Gletscher der Plaine Morte, der entgegen der französischen Sprache im Kanton Bern liegt, per Bahn aber von Montana im Wallis aus erschlossen ist. Meine Kollegen wissen, dass auch nicht ganz klar ist wohin der Gletscher entwässert.

Auf dem Wisshorä sehen wir die wichtigen Einrichtungen zur Luftüberwachung und Kurt war sogar schon oben.

Wildstrubel W-28
So lässt sich’s leben

Langsam nähern wir uns der Wisshorelilücke auf 2’904müM, von wo aus wir die Wildstrubelhütte sehen, zu der wir noch etwas absteigen müssen.

Andrea, die Hüttenwartin und Ursula, ihre Assistentin verwöhnen uns mit Aprikosenkuchen mit Rahm. Wir vernehmen, dass die Hütte heute voll werden wird, ja es ist ja Samstag und das Wetter seit langem sicher genug fürs Tourenmachen. Wir vertreiben uns die Zeit mit Yatzi, langsam kommen unch Willi und Röbi auf den Geschmack. Es ist wahnsinnig viel los in der Hütte und die Organisation mit Essen und Unterkunft klappt hervorragend, immerhin sind wir auf fast 2’800müM. Neben uns essen vier junge Leute und bald kommt die Diskussion über die Politik in Gang und wir sin mitten drin und verbessern die Schweiz von Grund auf. Gegen halb zehn Uhr gibt es Nachtruhe und wir tanken neue Kräfte für den fünften Tag unserer Tour.

5. Etappe: Wildstrubelhütte – Hotel Simmenfälle Lenk (Fotos Willi Tanner und Peter Schlaufer)

Wildstrubel P-15
Wildstrubelhütte
Wildstrubel W-31
Hotel Simmenfälle

Am Morgen nach dem Früstück nehmen wir Abschied. Heute wartet ein zünftiger Abstieg bis runter nach Lenk zu unserem Ziel den Simmenfällen. Angesichts des fortgeschritttenen Alters unserer Gruppe entscheiden wir uns für die humanere Variante über den Rawilpass runter auf die Iffigenalp. Wahrscheinlich sind alle froh über diese Entscheidung. Noch lange sehen wir über uns die Wildstrubelhütte, stolz trohnt sie wie ein Anker im Gegenlicht. Von unten kommen bereits die ersten Touristen, die den Berg hoch kraxeln, auch solche mit den Bikes, von denen wir auch überall die Reifenspuren sehen können. In der Nähe des Rawilpasses ist die Mittelstation der Seilbahn auf das Wisshorä. Der Rawilpass, früher gedacht als ein Strassenübergang vom Wallis ins Berneroberland träumt heute noch in alter Ruhe und denkt über das holde Schicksal nach, das ihn von solchem Schicksal bewahrt hat.

Dann geht es runter zur Blattihütte, wo wir eine kurze Rast einschalten vor der Steilstufe hinunter nach Iffigenalp. Recht ausgesetzt führt der Weg hier durch Felsen an einer Stelle, wo wir bei späterer Betrachtung von unten fast nicht glauben kann, dass der Weg tatsächlich hier durchführt. Im Restaurant Iffigenalp gibt es ein kleines Mittagessen, bevor wir mit dem Postauo vorbei an den Iffigenfällen bis zur Haltestelle Alpenrösli fahren. Weiter laufen wir zu Fuss bis zum Talgrund von Lenk, von dort bis zuhinterst ins Tal zum Hotel Simmenfälle. Hier treffen wir erneut unsere Höri-Freunde, für die heute die Tour hier zu Ende geht. Im Hotel / Restaurant werden wir heute verwöhnt, Duschen – Betten – gutes Essen – Wein, aber es wird uns auch bewusst, dass diese schöne Tour langsam zu Ende geht – morgen steht die letzte Etappe rüber nach Adelboden an.

6. Etappe: Hotel Simmenfälle Lenk – Adelboden (Fotos Willi Tanner und Peter Schlaufer)

Wildstrubel P-18
Noch skeptisch Willi?
Wildstrubel P-19
Kurt vor den Simmenfällen

Ein herrlicher Morgen erwartet uns und es wird langsam Herbst, denn am Morgen ist es beim Aufstieg entlang der Simmenfälle anständig kühl. Wir gewinnen rasch an Höhe und können lange im Schatten des Waldes laufen. Später auf der Strasse sind wir überrascht über die Fahrzeuge, die hier noch hochfahren, für die Land- und Waldwirtschaft. Zum ersten Mal überhaupt zweifelt Willi, ob wir richtig sind und ist jetzt dankbar, dass ich Karten im 25’000 Masstab ausgedruckt habe. Langsam arbeiten wir uns über Alpweiden hoch in Richtung Bummerepass, während wir diskutieren, wie wir wohl Beatrice und Susy, die uns bis zum Hahnenmoospass entgegenkommen wollen, am besten empfangen sollten. Es sind durchaus phantasievolle Vorschläge darunter.

Von oben kommt uns eine ältere Frau entgegen. Sie erzählt uns, dass ihr Mann begeisterter Modelflieger sei auf dem Hahnenmoos,  sie hingegen lieber wandere und tatsächlich sehen wir immer mehr kleine Segelflugmodlle in abenteuerlichen Formationen durch die Luft schwirren. Bereits in Sichtweite des Hahnenmoos stärken wir uns für das Wiedersehen mit einer letzten Rast.

Wildstrubel P-24
Beatrice und Susy auf Hahnenmoos
Wildstrubel W-40
Gier nach Bier

Kaum aber haben wir unser Bier geholt, tauchen schon unsere Ladies auf, die von Adelboden hierher gewandert sind. Nach einem herzlichen Empfang beschliessen alle, angesichts des frühen Nachmittags nach Adelboden zu laufen, wo wir alle heute Abend Gäste bei Beatrice und Röbi in deren Ferienwohnung sein dürfen. Über den Blumenweg geht’s zum Silerebüel und dann runter nach Adelboden. Röbi preist mit seiner ganzen Verkäuferkunst die Vollantski an, die ich unbedingt ausprobieren solle.

Im Chalet angekommen kommen wir erst richtig in die Zivilisation zurück. Duschen – Betten – Bier etc. Später am Abend hat Bea mit einem herrlichen Fondue dafür gesorgt, dass wir uns so richtig heimisch fühlen. Nachher gibt es einen Sechseryatzy und dank unserem Training in den letzten Tagen liegen wir Wanderer gegenüber den Frauen natürlich vorne.

Karte und Fakten

Die ganze Tour
Karte unserer Tour um den Wildstrubel

 

Wir sind an sechs Tagen gelaufen und haben dabei insgesamt Anstiege von über 4’000m bezwungen. Das Wetter war bis auf die eine Etappe von Leukerbad nach Montana super. Die Organisation von Willi können wir anderen nur als unschlagbar und wiederholenswert taxieren.

 

Via alta Vallemaggia

Via alta Vallemaggia

Nach ausgiebigen Recherchen und einigen Einlauftouren, starteten Wili Tanner und ich am 18. Juni 2012 das Abenteuer Via alta della Vallemaggia. Natürlich hatte ich recht viel Respekt vor der Tour, denn ich wusste, dass uns bis zu acht Stunden Weg mit einer schweren Packung von mehr als zehn Kilos bevorstanden. Obwohl ich über eine gute Grundkondition verfüge, habe ich seit längerer Zeit keine Touren von 6 Tagen hintereinander ausgeführt. Willi hat über die Tour einen ausführlichen Bericht geschrieben.

Schon die Fahrt mit dem Zug wir nach Locarno war verlängert, weil die Gotthardstrecke im Urnerland wegen Felssturzes gesperrt war. Dass ich dann beim Umsteigen in Bellinzona auch noch die Wanderstöcke im Zug vergass, machte den ersten Tag ein wenig schräg. Stöcke habe ich in Locarno gekauft.

am Anfang
am Anfang
Via alta valle Maggia-14
Auf Cimetta

Mit der Luftseilbahn ging es nach Cardada, dann aber auf dem Weg zur Capanna Cimetta zu Fuss. Wir waren die einzigen Gäste in der Hütte. Am Abend bereitete uns der Hüttenwart eine Pizza zu, aber auf unseren Wunsch nach dem Frühstück um halb sieben wollte er gar nicht eingehen. Immerhin het er es uns alles bereit gestellt, dass wir es selber fertig zubereiten konnten. Wir wollten am nächsten Morgen früh weg, weil wir anderthalb Etappen weit bis zur Capanna Masnée kommen wollten. Alle Hütten auf dieser Tour, bis auf die letzte, die Soveltrahütte sind nicht bewartet. Allerdings wussten wir, dass es in den meisten Ess- und Trinkvorräte hat, die wir da kaufen können.

An diesem Abend war unsere Stimmung sehr verhalten, wir kennen uns gut, aber wir waren nie auf einer so langen Tour. An diesem Vorabend gehen einem viele Sachen durch den Kopf, werde ich die Strapazen meistern? Gibt es Schwierigkeiten auf dem Weg? So gingen wir mit einem mulmigen Gefühl ins Bett.

 

 

Auf dem Weg
Auf dem Weg
Wasserfall
Wasserfall

Der erste Tag war für mich gewaltig anstrengend, wenigstens war die Höhe mit bis zu 2’300 müM noch human, aber es war sicher ambitiös, gleich zur Masnée zu trekken. Vor allem über den Madom da Sgiof war auch der Einsatz der Hände häufig gefragt. Oft war der Weg nicht mehr ein kleiner Kuhpfad. Die Route ist sehr gut markiert. Der überwiegende Teil des ersten Tages und überhaupt der ganzen via ist mit weiss-blau-weissen Wandermarkierungen als Alpinroute gekennzeichnet. Immer wieder muss ich die phantastische Kondition von Willi bewundern, der ohne mich sicher viel schneller wäre. Am heutigen Abend gibt es für mich Rösti, Gewichtsfetischist Willi hat dieses Menue noch ausgetauscht, weil sein Nasi Goreng hundert Gramm leichter war. Aber auch der Wein und der Grappa schmecken gut.

 Am nächsten Tag ist die Wander(?)zeit mit 8,5 Stunden angegeben, davon lediglich 1,4km mit rot-weiss-rot und die restlichen mit blau-weiss-blau. Mit dabei ein ziemlich heftiger Abstieg vom Poncione Piancascia durch ein enges Couloir. Aber auch herrliche Alpweiden und Wasserfälle. Ich muss heute darauf achten immer genug zu trinken, ich denke vor allem deshalb kam ich gestern gegen Abend etwas ausser Kräfte.

Vielleicht etwas zum Wetter, nachdem es gestern ziemlich lange sonnig war, ist es heute eher bewölkt und kalt gegen Abend sogar leicht neblig. Die Capanna Spluga will nicht näher kommen, obwohl unser Blick immer wieder in die Ferne schweift. Als wir sie dann doch noch zu Gesicht bekommen, sind wir echt erleichtert. In der Hütte treffen wir die ersten Leute seit unserem Abmarsch gestern morgen, nämlich zwei Tessiner, dank disen lodert auch bereits ein heimeliges Feuer im Herd. Sie machen die Route im umgekehrten Sinne. Sie haben heute einen Ruhetag eingeschaltet und dank dem sie sehr gut deutsch sprechen, wird die Diskussion leichter. Sie zeigen uns Photoes von Ihrer ersten Etappe über den Redorta, wo sie knietief im Schnee versanken. Ausser dass die Verhältnisse sehr gut wären raten sie dem auszuweichen und abzusteigen und von unten in die Soveltra zu gelangen. Diesen Entscheid treffen wir morgen abend. Die Alpe Spluga besteht aus mindestens 8 Hütten einer ehemaligen Alp, die sehr gut zurecht gemacht wurden, wie auch die andern Hütten der via.

 

Steinhütte
Steinhütte
Wohin jetzt?
Wohin jetzt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Willi auf Tomeo
Willi auf Tomeo

Heute geht es in die Capanna Tomeo, nur sieben Stunden laut Broschüre, die Schwierigkeiten so wie gestern, die Anlage der Route auch ähnlich: Ein steiles Couloir hinunter über Riesenfelder mit grossen Blöcken, was einem regelrechten Krafttraining für die Beine gleicht und dann fängt es auch noch an zu regnen, Gott sei dank hält der Regen nicht lange an. Das alles kennen wir doch inzwischen. Das fiese kommt erst am Ende der Route: Von weit oben unter dem Monte Zucchero sehen wir den Lago die Tomeo und ca 100 Höhenmeter weiter oben die Hütte. Aber der Weg geht ohne Gnade bis ganz hinunter zum See, nur um dann wieder aufzusteigen.

In der Hütte ist eine Bauequipe unter der Leitung von Efrem Foresti, dem Präsidenten, des Vereins via alta Vallemaggia. So werden wir auch zum Nachtessen eingeladen. Es ist gemütlich in dieser Runde, obwohl wir teils mit diversen Sprachen reden.

Heute nehmen wir den Weg in die Capanna Soveltra unter die Füsse, dabei haben wir uns definitiv entschieden nicht über die mehr als 2600 Meter hohe Schulter am Corona die Redorta zu steigen, sondern über den Bassa di Pertüs bis auf 1000 Meter runter nach Monte di Predee abzusteigen, nur um dann wieder in die Soveltra aufzusteigen.

Beim Rasten
Beim Rasten

Als erstes haben wir nach einer Stunde Aufstieg zwei junge Girls getroffen, die eben aus einem Zelt stiegen. Sie sagten uns, sie würden lieber im Zelt schlafen als in der Hütte. Aber dafür auch das Zelt noch mitzutragen? Chapeau! Diese Route war vielleicht nicht so alpin, aber die herrliche Landschaft mit Bächen und vielen Blumen haben es lohnend gemacht und sieben Stunden kamen auch so zusammen. Die Soveltra ist dann schon fast ein Hotelbetrieb, so komplett anders als die drei vorhergehenden Hütten. Begrüsst hat uns Fiona, die ursprünglich aus England stammt. Bei einer Hütte zu der man bis auf eine Stunde Fussmarsch mit dem Auto zufahren kann hat es natürlich wieder Leute. Wir können sogar warm duschen und faulenzen nachher am massiven Arventisch hinter der Hütte in der Abendsonne, bis wir zum feinen Znacht gerufen werden. 

Willi vielen Dank
Willi vielen Dank

Heute gehts definitiv wieder zurück in die Zivilisation nach Fusio (immer noch 50km von Locarno), aber dazischen liegt noch ein deftiger Tag mit dem Aufstieg zum höchsten Punkt unserer Tour, dem 2314 Meter hohen Passo Fornale mit Steilabstieg zum Lago di Magnolo oberhalb von Fusio und Steilabstieg nach Fusio, wo die Via alta eigentlich fertig ist. 5 Tage waren bis jetzt unterwegs und weil wir das Pièce de Résistance am Redorta ausliessen, beschliessen wir, noch einen sechsten Tag anzuhängen mit einem Übergang über den ebenfalls 2320 Meter hohen Passo Campolungo zum Lago di Tremorgio in der Leventina. Es ist neblig am Pass und wir merken, dass eine gute Sache zu Ende geht. Mit der Seilbahn fahren wir nach Rodi zu Tal und mit dem Zug kommen wir später am Abend wieder in die Deutschschweiz zurück.