Rund um den Wildstrubel

Rund um den Wildstrubel

1. Etappe: Selden – Lötschenpasshütte

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Im Gastertal
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Unsere Zuschauer

Am Mittwoch treffe ich Kurt Spahni bereits um halb acht Uhr im Hauptbahnhof Bern. Wir besteigen den Regionlalexpress nach Kandersteg. Unsere Kollegen Willi Tanner und Röbi Spiess werden morgen in Leukerbad zu uns stossen. In Kandersteg besteigen wir den Kleinbus ins Gasterntal. Die abenteuerliche Strecke führt durch eine extrem enge Strasse und oft muss der Chauffeur oben unten hinten und vorne dafür sorgen, dass er nicht in einen Felsen prallt.
In Selden ist Endstation und wir machen uns bereit für den ersten Aufstieg von 1550 müM hier bis zur Lötschenpasshütte auf 2690 müM. Über eine Hängebrücke beginnt der Aufstieg Richtung Lötschenpass. Es ist insofern ein „humaner“ Anstieg, dass auf längere Steilstufen folgen immer wieder flachere Partien folgen. Noch auf den Alpweiden picknicken wir unter anhaltender Beobachtung wiederkäuender Simmenthalerkühe. Später arbeiten wir uns über den mit Geröll bedeckten Lötschegletscher höher. Nach Überquerung des Gletschers geht es in die Felsen mit einigen fixen Seilsicherungen; es ist aber nie ein ausgesetzter oder gar schwieriger Weg. Viele Wanderer, vor allem Frauen kommen uns entgegen, sie überqueren den Lötschenpass in umgekehrter Richtung von Ferden im Lötschental ins Gasterntal.

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Lötschenpass

Schon um halb vier Uhr sehen wir die Hütte und staunen nicht wenig, als wir hier in über 2’500müM Hühner und Schweine antreffen. Überhaupt ist es eine phantastische SAC-Hütte – neu – ein Minergiebau, mit Sonnenkollektoren, PV Modulen und Duschen. Wir fühlen uns wie in tausend un einer Nacht. Nach dem üblichen Bier spielen wir mit Veronika und Rita aus Steffisburg Yatzy und staunen nicht schlecht, als diese uns erzählen, dass sie von Kandersteg den ganzen Weg gelaufen seien – über sieben Stunden.
Auch das Nachtessen nach der Suppe passt gut zum Kontext, nämlich Hacktätschli mit Nudeln und Salat – super – Kompliment an die Küche, dazu eine Flasche Petite Arvine. Kurt und ich schlafen königlich auf fast 2’700müM.

 

2a. Etappe: Lötschenpasshütte – Leukerbad

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Krummalp

Am nächsten Morgen starten wir unsere Tour mit einem Abstieg von 600m hinunter auf Krummalp im Lötschetal, den Einstieg zu diesem Weg muss man richtig gehend suchen, aber letztlich klappt es. Von Krummalp führt die Route weiter nach Restialp, wo wir picknicken und von da weiter auf den Restipass (wiederum auf 2’600müM) Die Zeiten auf den gelben Wanderwegweisern können wir nicht wirklich erreichen, was uns aber wenig stört, denn als Pensionierte haben wir ja ausreichend Zeit unser Ziel zu erreichen. Heute dreht sich unsere Diskussion öfters um Willi und Röbi, die seit heute früh auch unterwegs sind von Kandersteg über den Gemmipass und die wir heute abend im Hotel treffen werden.

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seltsame Zeichnungen

Die Landschaft hier ist wunderschön und einsam, der Ausblick reicht runter ins Lötschental bis zuhinterst zur Lötschenlücke. Es ist leicht bewölkt und damit sehr angenehm zum Wandern. Am Wegrand sehen wir gelbe Steine mit weissen „Adern“, die wie ein Profil aus der Oberfläche vorstehen.

Nach dem Pass nehmen wir es gemütlich und können schon einen guten Teil des Weges sehen, den wir noch zu gehen haben. Nach etwas mehr als fünf Stunden sehen wir in der Ferne Sessellifte und die Seilbahnstation der Torrentbahnen – und – einen Lastwagen, der sich bergaufkämpft! Wir merken bals, dass dieser Rinder abholen kommt, die jetzt Ende des Alpsommers wieder zu Tale gefahren werden. Vier Leute haben eine Riesenmühe die Rinder in den Wagen zu treiben, was diese partout nicht wollen. Kurt und ich nehmen die steile Bahn runter nach Leukerbad, wo wir auch bald das Hotel Alpin und unsere beiden Kollegen Willi und Röbi treffen, die eben auch eingetroffen sind.

2b. Etappe: Kandersteg – Gemmi – Leukerbad (Text und Fotos Willi Tanner)

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Schwarenbach

Am Montag vor Tourenbeginn schreibt Röbi ein e-mail und erklärt mir, dass er soeben von einer schönen Nordlandreise zurückgekommen sei, hätte viel und gut gegessen und wenig Bewegung gehabt, hätte Morgen Dienstag noch ein wichtiges Meeting und, und,- und vielleicht möchte Röbi am nächsten Mittwoch einfach nicht so früh aufstehen wie Peter und Kurt und möchte die Tour etwas ruhiger angehen und schreibt, dass er lieber am nächsten Donnerstag mit mir über die Gemmi nach Leukerbad laufen möchte. Kein Problem, Röbi,! schreibe ich zurück. Wir können uns im Hauptbahnhof um 08.20 Uhr treffen, haben einen direkten Zug via Bern nach Spiez und steigen dort um nach Kandersteg. Ich freue mich darauf ! Die Zugfahrt nach Kandersteg ist kurzweilig. Noch vertieft im Schwatzen fahren wir in Kandersteg ein und müssen aussteigen. Ich studiere vor dem Bahnhof in Kandersteg die Wanderwegweiser und plötzlich realisiere ich, dass ich alleine vor dieser Stange stehe. Röbi steht bereits auf dem Trittbrett des Ortsbus’s, lacht und ruft mir zu: „Willi, komm, steig ein, der Bus fährt in ein paar Minuten“! „Das ist der Dani, ein lieber Kollege und Bus-Chauffeur hier im Oberland, ich kenne Dani seit langem“, sagt Röbi als ich in den Bus einsteige. Das freut mich. Ich weiss, Röbi verbring seit vielen Jahren schöne Ferien im Berner Oberland. Es ist Röbi’s zweite Heimat geworden und ich bekomme den Eindruck, dass Röbi bei den Oberländern gut eingeführt und aufgenommen ist.

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Daubensee

Auf der Fahrt zur Seilbahnstation recke ich den Hals aus dem Fenster und erkenne das Eishockeyfeld von Kandersteg wo wir in den 70-er Jahren Eishockey gespielt haben. Ich verbrachte die meisten WK‘s hier oben jeweils in den Wintermonaten mit einer St.Galler Kompanie und einer Bündner Kompanie. Einmal in der Woche wurde jeweils Eishockey gespielt zwischen einer St. Galler Militär-Auswahlmannschaft gegen eine Bündner Militär-Auswahlmannschaft. Das tönt sehr russisch oder ostdeutsch, aber so wurde damals das Freundschaftsspiel angesagt. Nur die Temperatur hier oben war immer sibirisch kalt. Ich meine, wir St Galler hätten immer hoch verloren gegen die Bündner.

Vor der Kasse der Luftseilbahn zur Sunnbühl reihen wir uns ein in die Warteschlange. Vor uns und hinter uns sind geschwätzige Senioren. Ich muss feststellen, dass meine Jahrgänger das Bähnli nehmen um hinauf zu kommen. Von Sunnbühl laufen Röbi und ich nebeneinander auf einem breiten und schönen Wanderweg Richtung Schwarenbach und Gemmipass. Nach 15 Minuten, vielleicht sind es 20 Minuten, denke ich, Röbi hat einen rassigen, schnellen Schritt angeschlagen. Will er mich testen? Ich schweige noch. Nach einer halben Stunde mache ich eine Bemerkung zu Röbi und sage zu ihm: „Du hast einen ordentlich schnellen Schritt angeschlagen, wir müssen uns nicht beeilen, wir haben Zeit.“ Röbi gibt zur Antwort:“ Nein, das ist nicht so, du Willi, du läufst so schnell“. Nun, noch bevor wir das Gasthaus Schwarenbach erreichen, haben wir den Schritt gut miteinander abgestimmt. Im Schwarenbach machen wir Pause, bestellen Tagessuppe, Kaffee und Kuchen. Röbi ist gesprächig, erzählt von seiner VBZ-Zeit, von renitenten Mitarbeitern, berichtet sichtlich stotz auch von seiner Tochter Martina und ihren Palmarès und seiner kürzlich erlebten raudihaften Autofahrt amerikanischer Gäste durch die Schweiz.

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Daubenhorn

Wir erreichen den Gemmipass und automatisch schwenkt mein Blick auf die abweisende Ostwand des Daubenhorns. Dieser Klettersteig hätte mein Bergsteiger-Gesellenstück werden können. Von der Kabine der Luftseilbahn kann ich noch ungefähr den oberen Geissenweg und die sogenannte Gemsfreiheit erahnen. Weiter wollte ich damals nicht mehr gehen. Von der Gemmi-Luftseilbahn haben wir einen guten Blick auf den Gemmipass. Ich bin beeindruckt wie die Wegbauer damals diesen gefürchteten Felsenweg bauen konnten. Gnädige Frauen und Herren der Schöpfung hatte man früher in Sänften hier heruntergetragen.- Eine unglaublich harte Leistung. In Leukerbad finden wir schnell unser Hotel Alpina. Ein paar Hotelwegweiser im Dorf und das Wissen, dass das Hotel neben der Dorfkirche stehen muss, genügt. Nach dem Einchecken und dem Wechseln von ein paar freundlichen Worten mit dem Hotelier kommen Peter und Kurt frisch und aufgestellt dahergelaufen. Wir fragen Peter und Kurt, wie war’s, wie geht? Es wird berichtet, alles supper!.

Das Alpina hat freundliche Zimmer, eine schmackhafte Küche und freundliches Personal. Zum Znacht wird 4 Mal Rösti und Walliser Roten von Salgesch bestellt. Der Abend wird abgerundet mit Jatzy spielen. Wir haben es heiter und lustig und ich merke, dass wir von anderen Hotelgästen, wahrscheinlich eher neidvoll, beobachtet werden, weil ihnen vielleicht der Gesprächsstoff ausgegangen ist.

 

3. Etappe: Leukerbad – Montana (Fotos Willi Tanner und Peter Schlaufer)

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Montana 7 Std
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Schon falle ich zurück

Diese Etappe steigert sich bis zum Abend als Pièce de résistance unserer ganzen Unternehmens. Eigentlich wollten wir am Abend in der Cabane des Violettes sein – – aber schön alles der Reihe nach. Röbi und Willi erkunden noch am Vorabend den Einstieg in den Wanderweg, der Römerweg oder Walliser Sonnenweg benannt wird. Zuerst gewinnen wir auf der rechten Seite des Tales der Dala langsam an Höhe. Es scheint, dass vor kurzem haben die Älpler hier Vieh zu Tale getrieben haben, wir müssen ständig aufpassen, um nicht ungewollt in den Mist zu treten. Am Talausgang hat es eine Steilstufe, die aus dem Fels gehauen zu sein scheint. Dann können wir unten im Tal die Rhone sehen, aber das Wetter meint es heute nicht so gut mit uns. Wir dachten wir würden den ganzen Tag auf der anderen Talseite die Walliser Viertausender in gleissendem Sonnenlicht bewundern, statt dessen ziehen wir schon bald das Regenzeug über. Aber das tut unserer guten Laune keinen Abbruch.

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Erringer Kuh
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Unsere Tierfreunde

Willi ist etwas nervös, weil wir um 16.15 die letzte Gondelbahn von les Marolières zur Cabane des Violettes erreichen müssen. Er ist etwas angespannt und treibt uns zur Eile an. Längere Zeit laufen wir auf einer Hochterrasse, der Varneralp, wo uns schwarze Walliserkühe und sogar Pferde argwöhnisch beobachten. Es stellt sich als eine lange Etappe heraus und mit einiger Regelmässigkeit müssen wir die Regenschütze überziehen, dafür laufen wir in einer herrlichen Landschaft und erreichen am Nachmittag die Caves du Sex, ein Name der natürlich für einige Sprüche gut ist. Hier beginnt die Bisse de Tissoret (eine Suone), die uns fast den ganzen restlichen Weg bis nach Montana begleitet.

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entlang den Suonen

Wir laufen weiterhin zügig, Mal einige hunert Meter hinunter, dann wieder aufwärts, immer in flottem Schritt, um rechtzeitig bei der Station der Gondelbahn zu sein und müssen kurz vor vier Uhr auch noch den Weg suchen. Umso grösser ist unsere Enttäuschung, als wir zur Station kommen und diese geschlossen und menschenleer ist, obwohl sich Willi noch vor einer Woche im Touristbüro von Montana erkundigt hatte, dass sie in Betrieb sei. Ein Telefon beim Hüttenwart ergibt, dass die Bahn „heute ausnahmsweise für eine Reparatur“ ausser Betrieb sei. Super! Zu Fuss hätten wir noch gut zwei Stunden Aufstieg zu leisten. Das erscheint uns nach den gut sieben Stunden, die wir schon unterwegs sind zuviel!. Also beschliessen wir, hier in der Nähe ein Hotel zu suchen. In einem Hotel in Les Barzettes haben sie zwar keinen Platz, aber die Empangsdame hilft uns liebevoll eines in Montana zu suchen, was nicht einfach ist angesichts der Tatsache, dass an diesem Wochenende das Omega European Masters Golfturnier stattfindet.

Kurt ruft seine Schwester Lisbeth an, die seit Jahrzehnten hier in Montana wohnt. Sie beschliesst spontan mit uns zum Nachtessen zu kommen. So kommen wir unverhofft zu einem vornehmen Nachtessen und einem gemütlichen Abend mit viel Spass in einem Nobelkurort anstelle einer dunklen Hüttenstube. Lisbeth sagt uns zum Schluss, dass sie uns morgen noch mit ihrem Auto zur Bahn bringe. Wir werden verwöhnt hier

4. Etappe: Montana – Cabanne des Violettes – Wildstrubelhütte (Fotos Willi Tanner und Peter Schlaufer)

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die Sonne brennt

Es ist heute Samstag, die Gondelbahn ist wieder in Berieb und wir lassen uns hoch transportieren. Nach dem Verlassen der Bahn sehen die Cabanne des Violettes. Es ist eine schöne Hütte, aber die Umgebung mit der Seilbahnstation und dem vielen Beton ist nicht gerade dazu angetan, hier zu verweilen. So nehmen wir den Weg zum Col de Pochet unter die Füsse. Als Unterbruch zum steilen Anstieg, kommen von oben kommen Jäger mit einer Gemse im Rucksack, dann geht es wieder weiter – höher in einer herrlichen Landschaft. Auf dem Pass treffen wir ein Paar aus Höri, die uns schon vorgestern in Leukerbad gesehen haben.

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ausgesetzter Weg
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Col de la pleine morte

Langsam gewinnen wir an Höhe – wir haben heute keine besondere Eile, unser Ziel ist die Wildstrubelhütte, die wir in etwa fünf Stunden erreichen können. Wir passieren die Plaine morte, was für ein Name – tot scheint uns diese Ebene überhaupt nicht. Gut sichtbar haben sich hier in der Nähe wichtige militärische Einrichtungen etabliert – so fühlen wir uns denn auch sicher, so gut beschützt.

In der Nähe der Point de Vatseret sehen wir nun auch den Gletscher der Plaine Morte, der entgegen der französischen Sprache im Kanton Bern liegt, per Bahn aber von Montana im Wallis aus erschlossen ist. Meine Kollegen wissen, dass auch nicht ganz klar ist wohin der Gletscher entwässert.

Auf dem Wisshorä sehen wir die wichtigen Einrichtungen zur Luftüberwachung und Kurt war sogar schon oben.

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So lässt sich’s leben

Langsam nähern wir uns der Wisshorelilücke auf 2’904müM, von wo aus wir die Wildstrubelhütte sehen, zu der wir noch etwas absteigen müssen.

Andrea, die Hüttenwartin und Ursula, ihre Assistentin verwöhnen uns mit Aprikosenkuchen mit Rahm. Wir vernehmen, dass die Hütte heute voll werden wird, ja es ist ja Samstag und das Wetter seit langem sicher genug fürs Tourenmachen. Wir vertreiben uns die Zeit mit Yatzi, langsam kommen unch Willi und Röbi auf den Geschmack. Es ist wahnsinnig viel los in der Hütte und die Organisation mit Essen und Unterkunft klappt hervorragend, immerhin sind wir auf fast 2’800müM. Neben uns essen vier junge Leute und bald kommt die Diskussion über die Politik in Gang und wir sin mitten drin und verbessern die Schweiz von Grund auf. Gegen halb zehn Uhr gibt es Nachtruhe und wir tanken neue Kräfte für den fünften Tag unserer Tour.

5. Etappe: Wildstrubelhütte – Hotel Simmenfälle Lenk (Fotos Willi Tanner und Peter Schlaufer)

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Wildstrubelhütte
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Hotel Simmenfälle

Am Morgen nach dem Früstück nehmen wir Abschied. Heute wartet ein zünftiger Abstieg bis runter nach Lenk zu unserem Ziel den Simmenfällen. Angesichts des fortgeschritttenen Alters unserer Gruppe entscheiden wir uns für die humanere Variante über den Rawilpass runter auf die Iffigenalp. Wahrscheinlich sind alle froh über diese Entscheidung. Noch lange sehen wir über uns die Wildstrubelhütte, stolz trohnt sie wie ein Anker im Gegenlicht. Von unten kommen bereits die ersten Touristen, die den Berg hoch kraxeln, auch solche mit den Bikes, von denen wir auch überall die Reifenspuren sehen können. In der Nähe des Rawilpasses ist die Mittelstation der Seilbahn auf das Wisshorä. Der Rawilpass, früher gedacht als ein Strassenübergang vom Wallis ins Berneroberland träumt heute noch in alter Ruhe und denkt über das holde Schicksal nach, das ihn von solchem Schicksal bewahrt hat.

Dann geht es runter zur Blattihütte, wo wir eine kurze Rast einschalten vor der Steilstufe hinunter nach Iffigenalp. Recht ausgesetzt führt der Weg hier durch Felsen an einer Stelle, wo wir bei späterer Betrachtung von unten fast nicht glauben kann, dass der Weg tatsächlich hier durchführt. Im Restaurant Iffigenalp gibt es ein kleines Mittagessen, bevor wir mit dem Postauo vorbei an den Iffigenfällen bis zur Haltestelle Alpenrösli fahren. Weiter laufen wir zu Fuss bis zum Talgrund von Lenk, von dort bis zuhinterst ins Tal zum Hotel Simmenfälle. Hier treffen wir erneut unsere Höri-Freunde, für die heute die Tour hier zu Ende geht. Im Hotel / Restaurant werden wir heute verwöhnt, Duschen – Betten – gutes Essen – Wein, aber es wird uns auch bewusst, dass diese schöne Tour langsam zu Ende geht – morgen steht die letzte Etappe rüber nach Adelboden an.

6. Etappe: Hotel Simmenfälle Lenk – Adelboden (Fotos Willi Tanner und Peter Schlaufer)

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Noch skeptisch Willi?
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Kurt vor den Simmenfällen

Ein herrlicher Morgen erwartet uns und es wird langsam Herbst, denn am Morgen ist es beim Aufstieg entlang der Simmenfälle anständig kühl. Wir gewinnen rasch an Höhe und können lange im Schatten des Waldes laufen. Später auf der Strasse sind wir überrascht über die Fahrzeuge, die hier noch hochfahren, für die Land- und Waldwirtschaft. Zum ersten Mal überhaupt zweifelt Willi, ob wir richtig sind und ist jetzt dankbar, dass ich Karten im 25’000 Masstab ausgedruckt habe. Langsam arbeiten wir uns über Alpweiden hoch in Richtung Bummerepass, während wir diskutieren, wie wir wohl Beatrice und Susy, die uns bis zum Hahnenmoospass entgegenkommen wollen, am besten empfangen sollten. Es sind durchaus phantasievolle Vorschläge darunter.

Von oben kommt uns eine ältere Frau entgegen. Sie erzählt uns, dass ihr Mann begeisterter Modelflieger sei auf dem Hahnenmoos,  sie hingegen lieber wandere und tatsächlich sehen wir immer mehr kleine Segelflugmodlle in abenteuerlichen Formationen durch die Luft schwirren. Bereits in Sichtweite des Hahnenmoos stärken wir uns für das Wiedersehen mit einer letzten Rast.

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Beatrice und Susy auf Hahnenmoos
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Gier nach Bier

Kaum aber haben wir unser Bier geholt, tauchen schon unsere Ladies auf, die von Adelboden hierher gewandert sind. Nach einem herzlichen Empfang beschliessen alle, angesichts des frühen Nachmittags nach Adelboden zu laufen, wo wir alle heute Abend Gäste bei Beatrice und Röbi in deren Ferienwohnung sein dürfen. Über den Blumenweg geht’s zum Silerebüel und dann runter nach Adelboden. Röbi preist mit seiner ganzen Verkäuferkunst die Vollantski an, die ich unbedingt ausprobieren solle.

Im Chalet angekommen kommen wir erst richtig in die Zivilisation zurück. Duschen – Betten – Bier etc. Später am Abend hat Bea mit einem herrlichen Fondue dafür gesorgt, dass wir uns so richtig heimisch fühlen. Nachher gibt es einen Sechseryatzy und dank unserem Training in den letzten Tagen liegen wir Wanderer gegenüber den Frauen natürlich vorne.

Karte und Fakten

Die ganze Tour
Karte unserer Tour um den Wildstrubel

 

Wir sind an sechs Tagen gelaufen und haben dabei insgesamt Anstiege von über 4’000m bezwungen. Das Wetter war bis auf die eine Etappe von Leukerbad nach Montana super. Die Organisation von Willi können wir anderen nur als unschlagbar und wiederholenswert taxieren.