Quito bei Nacht
Quito bei Nacht

Quito ist nicht mit normalen Ellen zu messen, für mich ist vieles hier mal auf die eine mal auf die andere Seite überbordend. Alleine die Ausdehnungen mit 50km in Nord-Süd Richtung und 10km Breite ist etwas, wie in der Schweiz der ganze Kanton Obwalden vom Brünig bis zum Vierwaldstättersee und vom Glaubenberg bis zum Melchtal mit Strassen, mit Häusern und einigen wenigen Parks bedeckt wäre. Die Strassen sind voller Autos und oft stinkt es von Abgasen. Dann hat es aber auch schöne, einsame Parkanlagen. Man sieht die eleganten Businessmen bei den hohen Glaspalästen von „Gringolandia“ im Vergleich zu armen Bettlern in wenig schönen Quartieren. Es gibt Unmengen von Strassenhändlern, Schuhputzern oder Indigenas, die am Strassenrand Erdbeeren und Früchte verkaufen neben modernsten Supermärkten. 

Was die Touristen sicherlich am meisten hierher zieht, ist die koloniale Altstadt. Bereits 1972 durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, gilt sie als die grösste Ansammlung bedeutender Kunstschätze Südamerikas. Mehrere Quadratkilometer gross, konnte ich sie bis heute natürlich nicht als Ganzes erkunden, sowieso bleibt einem auf fast 3000 müM schnell die Luft weg.

Dann ist es doch sicher besser, das ganze im südamerikanischen Tempo mit Gelassenheit anzugehen. Aber dieser Teil der Stadt ist wirklich sehr beeindruckend.

Neben diesem Centro historico gibt es ein weiteres Quartier, in dem sich Touristen, aber vor allem die Quiteños tummeln, ist der Mariscal. Ein Quartier mit einem Riesen Ramba-Zamba, sehr vielen Bars und Restaurants, aber wo auch sehr viele Hochhäuser mit Hotels und Banken sind, das ist Gringolandia. Hier finden sich auch schnell die Spuren von Schweizerfirmen.

 

Ich bin hier in der Sprachschule und lebe mit einer Familie und bekomme so hautnah die Lebensart der Ecuadorianer mit. Die Ecuadorianer leben viel näher miteinander, als dies bei uns der Fall ist.
Ständig sehe ich bei Rosa, wo ich wohne neue Gesichter, sei es ihre Schwester, deren ältere Tochter einen Unfall hatte und deswegen im Spital liegt. So kommt dann eben deren ganze Familie hierher. Oder kürzlich beim Frühstück und treffe einen fremdem Mann, einen weiteren Cousin von Rosa mit seinem Baby, das friedlich auf dem Polstersessel schläft.

Die Leute sind herzlich und reden immer gerne mit einem. In den Touristischen Gegenden gibt es  viele Strassenhändler und viele Märkte wo man vor allem die andinischen Stricksachen bekommt.

 

Rosa von der Schule Vida Verde in Quito

Rosa von der Schule Vida Verde in Quito

 

Über Mittag gehen wir Schüler von der Sprachschule oft zusammen essen, eine einfache Mahlzeit mit Suppe, Reis und Fleisch, etwas Salat und einem Fruchtsaft essen wir dann für 2.5$. (Die Landeswährung ist der US$). Auch schon haben wir als Teil des Unterrichtes Tortillas mit viel Käse, Salat anderne Leckerem zubereitet.

Ohne weiteres findet man in Quito aber Restaurants wo man mehr als 100$ für eine Abendessen hinlegt, ohne Wein. überhaupt gibt es Dinge, die hier bedeutend teurer sind als bei uns. So ging ich z.B. in einen Buchladen und bin ehrlich erschrocken über die Preise der Bücher. Für ein dickeres Taschenbuch für das ich in Spanien 10€ hinlegte, muss man hier mit mindestens 30$ bezahlen.

Wochenendausflüge, die ich von Quito aus machte, waren zur Lagune von Quilotoa zusammen mit 8 anderen Schülern mit einem gemieteten Bus mit Fahrer.

 

Alleine fuhr ich mit dem Bus nach Otavalo zum grössten Markt von Ecuador. Dieser Bus fährt ab einem Terminal im Norden der Stadt. Bis dahin nahm ich für Strecke von 25km das Taxi ($6). Neben den Stadtbussen, die für mitteleuropäische Ansprüche nicht ohne weiters zu empfehlen sind, sind Taxis die normale Fortbewegungsart ist, auch für Einheimische, die kein Auto haben.

Quito liegt nur etwa 15km südlich vom Äquator und man kann bequem an einem Nachmittag einen Ausflug dahin machen. Es gibt da ein Denkmal, das an eine französische Expedition Mitte des 18. Jahrhunderts errinnert, mit einem Riesenpomp und vielen touristischen Attraktionen. Es hat uns nicht so gefallen und zudem hat man vor etwa 50 Jahren herausgefunden,

dass das Denkmal Mitad del mundo etwa 200m zu weit südlich, weil einige falsche Berechnungen angestellt wurden und das, obwohl es bereits eine Markierung von Indigenas existierte, die ganz genau auf dem Äquator lag. Ein schönes Museum ist dann eben diese 200m weiter nördlich das Museum Inti Nan (camino de sol = Weg der Sonne). Hier gibt es einige Experimente, wie den Beweis der Corioliskraft, indem genau auf dem Äquator keinen Strudel produziert, während es auf der Nordhalbkugel einen Strudel im Gegenuhrzeigersinn und im Süden einen umgekehrten gibt. Das funktionierte nur 2m von der Äquatorlinie entfernt.

Soviel bis heute. Eine ganze Menge mehr Bilder kannst du hier sehen